Smart Meter: Nur 1,4 Prozent der Kunden wählen Opt-out

    28. April 2019, 09:22
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    Beantwortung einer parlamentarische Anfragebe liefert Daten – Fünfmal so viele lassen hingegen freiwillig genauer auslesen

    Smart Meter sind ein seit Jahren heiß umstrittenes Thema. Während die Energieversorger vor allem Vorteile wie komfortablere Abrechnungen oder flexiblere Preise hervorstreichen, sehen Kritiker in den intelligenten Stromzählern einen weiteren Schritt zur Totalüberwachung. Immerhin lässt sich mit den durch sie ermittelten Daten ein recht detailliertes Aktivitätsprofil des jeweiligen Haushaltes erstellen – also etwa herausfinden, wann die Bewohner jeden Tag nach Hause kommen oder wie lange sie auf Urlaub sind.

    Opt-Out

    Diesem Unbehagen wurde in Österreich im Rahmen der Intelligenten Messgeräte-Einführungsverordnung (IME-VO) Rechnung getragen, die eine Opt-out-Möglichkeit vorsieht. Komplett gegen den Einbau eines elektronischen Zählers kann man sich zwar seit einer Novelle im Vorjahr nicht mehr wehren, allerdings muss der Netzbetreiber auf Wunsch die Datenermittlung deutlich einschränken, womit die smarten Features nicht mehr genutzt werden können.

    Daten

    Unklar blieb dabei bisher, wie viele Österreicher von ihrem Recht auf ein Opt-out Gebrauch machen. In einer parlamentarischen Anfragebeantwortung liefert die für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Konsumentenschutz zuständige Ministerin Beate Hartinger-Klein (FPÖ) nun entsprechende Daten. Demnach haben sich 1,4 Prozent aller Kunden gegen die intelligenten Messgeräte entschieden. Ein Wert der angesichts der öffentlichen Diskussion vergleichsweise klein scheint, zumal er auch in Relation zu einer zweiten Kennzahl zu setzen ist: 7,6 Prozent haben nämlich stattdessen ein Opt-in für eine genauere Messung gewählt. Durch diese werden die Daten viertelstündlich ermittelt. Der allergrößte Teil (91 Prozent) hat hingegen einfach die Standardwerte akzeptiert.

    Basis

    Angemerkt sei, dass diese Daten nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand sind. Ihre Grundlage ist der Smart Meter Monitoringbericht 2018 der E-Control, der sich auf das Berichtsjahr 2017 stützt. Zu dem damaligen Zeitpunkt bestand ein Ausrollungsgrad der Smart Meter von zwölf Prozent in ganz Österreich. (red, 28.4.2019)

    • Bei den Wiener Netzen hat die Smart-Meter-Umstellung Ende 2018 begonnen.
      foto: apa/wiener netze/manfred tucherl

      Bei den Wiener Netzen hat die Smart-Meter-Umstellung Ende 2018 begonnen.

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