Wie Omega-3-Fettsäuren wirken

    28. April 2019, 06:00
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    Bislang war nur wenig über den molekularen Mechanismus, der hinter der Wirkung von Omega-3-Fettsäuren steckt, bekannt. Forscher sind nun einen Schritt weiter gekommen

    Sie gelten als gesund, der große Schutz vor Herzinfarkt sind sie laut derzeitiger Studienlage aber nicht: Omega-3-Fettsäuren. Was sie dennoch können: Sie senken die Blutfettwerte, wirken entzündungshemmend und beeinflussen die Gerinnungsfähigkeit des Blutes.

    Was die Wissenschaft bislang herausgefunden hat: Die spezielle Gruppe von mehrfach ungesättigten Fettsäuren wandelt der Körper nach ihrer Aufnahme teilweise in sogenannte Eikosanoide und andere Oxylipine um. "Diese oxidierten Fettsäuren sind starke Botenstoffe und damit wichtig für die Signalübertragung und die chemische Kommunikation in den Zellen. Oxylipine aus Omega-3-Fettsäuren wirken so als Mediatoren mit vielen physiologischen Funktionen wie zum Beispiel der Hemmung von Entzündungen", erklärt Nils Helge Schebb vom Institut für Lebensmittelchemie an der Uni Wuppertal.

    Schebb und sein Forscherteam gingen nun der Frage nach dem Dosis-Wirkung-Zusammenhang nach, also wie sich die Einnahme von Omega-3-Fettsäuren auf die Konzentration von diesen Oxylipinen im Blut auswirkt. "Dazu gab es in der Literatur bislang keine Informationen. Für ein molekulares Verständnis der physiologischen Wirkung von ungesättigten Fettsäuren sind diese Kenntnisse jedoch sehr wichtig", betont der Lebensmittelchemiker.

    Linearer Zusammenhang

    Besonders reich an Omega-3-Fettsäuren ist fettreicher Fisch aus vor allem kalten Gewässern – Lachs, Makrele und Hering zählen dazu. In diesen kommen vor allem Eicosapentaen- (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) vor. Im Rahmen der Studie aßen gesunde Menschen ein Jahr lang die Menge an EPA und DHA von einer, zwei und vier Portionen Fisch pro Woche. "Innerhalb ihrer Gruppe nahmen die Probanden immer die gleiche Menge Omega-3-Fettsäuren zu sich", erklärt Nils Helge Schebb.

    Die Wissenschafter ermittelten zu mehreren Zeitpunkten die im Blut befindliche Menge an Oxylipinen. "Wir wollten wissen, wie sich das Oxylipinmuster in Abhängigkeit der Portionen verändert." Das Ergebnis: "Wir konnten einen klaren linearen Zusammenhang feststellen. Vereinfacht gesprochen: Je mehr Fisch jemand isst, desto mehr Oxylipine bildet der Körper. Es findet entsprechend keine Regulierung der Bildung durch den Körper statt. Was aufgenommen wird, wird auch verarbeitet", erklärt Schebb. Da der Zusammenhang relativ stark ist, wollen die Wissenschafter die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren nun noch weiter untersuchen. (red, 28.4.2019)

    • Forscher fanden heraus: Je mehr Fisch jemand isst, desto mehr Oxylipine bildet der Körper. Diese wirken entzündungshemmend.
      foto: getty images/istockphoto

      Forscher fanden heraus: Je mehr Fisch jemand isst, desto mehr Oxylipine bildet der Körper. Diese wirken entzündungshemmend.

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