Österreichische Quantenphysiker erhalten chinesischen Micius-Preis

    26. April 2019, 14:21
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    Rainer Blatt, Peter Zoller und Anton Zeilinger zusammen mit neun internationalen Fachkollegen ausgezeichnet

    Wien/Innsbruck/Peking – Drei österreichische Forscher werden mit dem Micius-Preis der chinesischen Micius Quantum Foundation zur Förderung herausragender anwendungsoffener Forschung in der Quantenphysik ausgezeichnet: Rainer Blatt, Peter Zoller und Anton Zeilinger. Die Preise sind mit bis zu einer Million Yuan (umgerechnet 133.000 Euro) dotiert, teilte die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) mit.

    Die Ausgezeichneten

    Der Experimentalphysiker Rainer Blatt von der Universität Innsbruck und dem Institut für Quantenoptik und Quanteninformation (IQOQI) der ÖAW erhält einen Micius-Preis für seine wegweisenden Experimente zu Quantencomputern. Der Theoretische Physiker Peter Zoller, ebenfalls Uni Innsbruck und IQOQI, teilt sich einen Preis mit seinem ehemaligen Innsbrucker Kollegen Juan Ignacio Cirac, nun am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching bei München beschäftigt, für entscheidende theoretische Arbeiten zu Quantenrechnern.

    Der Präsident der ÖAW und Experimentalphysiker Anton Zeilinger schließlich bekommt einen Micius-Preis zusammen mit seinem ehemaligen Doktoranden an der Uni Wien, Jian-Wei Pan, der nun an der Chinesischen Universität der Wissenschaften und Technik in Hefei arbeitet. Die beiden wurden für bahnbrechende Experimente zu sicherer Quantenkommunikation über lange Distanzen ausgezeichnet. Die drei Österreicher und ihre beiden Kollegen sind allesamt Mitglieder der ÖAW.

    Insgesamt wurden zwölf Quantenpyhsiker ausgezeichnet. Weitere Preisträger sind klingende Namen aus der internationalen Forschung, etwa der US-Informatiker Peter Shor oder der US-Nobelpreisträger David J. Wineland.

    Hintergrund

    Die Auszeichnung wird am 20. September in Hefei verliehen. Benannt ist der Preis nach dem chinesischen Philosophen Mozi (latinisiert Micius), der bereits im fünften Jahrhundert vor der Zeitenwende entdeckte, dass sich Licht geradlinig ausbreitet. China hat auch seinen ersten, 2016 gestarteten Quantenkommunikationssatelliten Micius genannt. Das Preiskomitee setzte sich aus Vertretern großer und international renommierter chinesischer Wissenschaftsinstitutionen zusammen.

    "Diese Preise sind ein Erfolg der österreichischen Grundlagenforschung, die früh das große Potenzial von Quantentechnologien erkannt hat", reagierte Zeilinger auf die Auszeichnung. Für Blatt beruht dieser Erfolg "auch darauf, dass wir in Österreich von Anfang an die Kräfte gebündelt und gemeinsam an den grundlegenden Fragen der Quantenphysik geforscht haben".

    Zoller freut sich, dass inzwischen viele junge Wissenschafter nachdrängen und die erfolgreiche Arbeit der vergangenen Jahre mit Begeisterung fortsetzen, und hofft, "dass die österreichische Forschungspolitik dieses Potenzial erkennt und diese jungen Menschen ebenso nachhaltig fördert, wie dies bisher geschehen ist". (APA, red, 26. 4. 2019)

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