Ständig verfügbar, innerlich leer: Wie kommen wir da raus?

    26. April 2019, 06:00
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    Zeitdruck und die ständige Verfügbarkeit von allem führt bei vielen Menschen zu Entfremdung und innerer Leere. Warum das so ist und wie wieder Resonanz entstehen kann, erklärt Soziologe Hartmut Rosa

    Noch nie zuvor war uns die Welt so nahe und so "verfügbar" wie heute – vor allem über Internet und Smartphone. Dennoch gibt es viele Menschen, die sich entfremdet und getrieben fühlen und keine Resonanz mehr verspüren. Woran liegt das? Wie hängen das Gefühl von Zeitknappheit, dauernde Verfügbarkeit und innere Leere zusammen? Welchen Anteil hat daran die Digitalisierung, und was sagt das alles über unsere Gesellschaft aus?

    Darüber spricht Lisa Mayr mit dem deutschen Soziologen und Autor Hartmut Rosa. Er sagt: "Für wie knapp wir Zeit halten, welches Tempo wir als richtig empfinden, wie lang Planungshorizonte sind – das liegt nicht in der Natur des Menschen, sondern in der Natur einer modernen Gesellschaft mit kapitalistischen Leistungszwängen. Die Gesellschaft ist auf Steigerung angelegt. Das Einzige, was wir nicht steigern können, ist Zeit. Deshalb wird sie uns zu kurz." Das ganze Gespräch hören Sie im Podcast:

    Wie erleben Sie den Zusammenhang von dauernder Verfügbarkeit von allem, innerer Leere und Zeitdruck? Sagen Sie uns, wie Sie mit den gesellschaftlichen Anforderungen umgehen und wo Sie Resonanz und Verbundenheit erfahren.

    Diskutieren Sie im Forum mit oder schreiben Sie uns an edition.zukunft@derStandard.at. Hier nehmen wir Ihr Feedback, Ihre Fragen und Ihre Ideen für Recherchen entgegen.

    Die nächste Folge von "Edition Zukunft" erscheint in zwei Wochen. Viele weitere Beiträge und Artikel rund um das Leben von morgen finden Sie in unserem Ressort derStandard.at/zukunft und jeden Freitag auf vier Seiten im STANDARD. (red, 26.4.2019)

    Hartmut Rosa (53) ist Soziologe und Politikwissenschafter. Seit 2005 ist er Professor für Allgemeine und Theoretische Soziologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena. Er ist zudem Direktor des Max-Weber-Kollegs der Universität Erfurt. 2005 erschien sein Buch "Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne" und fand viel Beachtung – nicht nur in Wissenschaftskreisen. Die "Zeit" nennt das Buch "eine monumentale Theorie der Moderne".

    Bücher von Hartmut Rosa:

    Unverfügbarkeit. Residenz Verlag 2018

    Resonanz – Eine Soziologie der Weltbeziehung. Suhrkamp Verlag 2016

    Beschleunigung und Entfremdung. Entwurf einer kritischen Theorie spätmoderner Zeitlichkeit. Suhrkamp Verlag 2013

    Weltbeziehungen im Zeitalter der Beschleunigung. Suhrkamp Verlag 2012

    Beschleunigung. Die Veränderung der Zeitstrukturen in der Moderne. Suhrkamp Verlag 2005

    Über den Podcast

    "Edition Zukunft" ist der Podcast über das Leben und die Welt von morgen. Redaktion: Lisa Mayr, Olivera Stajić, Fabian Sommavilla, Philip Pramer, Zsolt Wilhelm | Produktion: Zsolt Wilhelm | Schnitt: Daniel Roßmann/Newsroom.gmbh | Musik: Tristan Linton/polkadot | Logo: Wolfram Leitner

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    • Wie erleben Sie den Zusammenhang von dauernder Verfügbarkeit von allem, innerer Leere und Zeitdruck? Sagen Sie uns, wie Sie mit den gesellschaftlichen Anforderungen umgehen und wo Sie Resonanz und Verbundenheit erfahren.

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    • Der Soziologe Hartmut Rosa.
      foto: privat

      Der Soziologe Hartmut Rosa.

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