Polio-Impfhelferin in Pakistan ermordet

    25. April 2019, 14:34
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    Großangelegte Impfkampagne gegen Kinderlähmung: Impfgegner setzen Klinik in Brand, Polizist erschossen

    Islamabad – Unbekannte haben am Donnerstag in der südwestpakistanischen Provinz Baluchistan eine Polio-Impfhelferin getötet. Die Frau war Teil eines Teams, das Impfungen gegen Kinderlähmung in der Stadt Chaman in der Nähe der afghanischen Grenze durchführte, sagte der Behördenvertreter Sami Agha.

    Ein weiteres Mitglied des Impfteams sei verletzt worden, als Bewaffnete auf Motorrädern das Feuer auf die Gruppe und ihre Begleitpolizisten eröffneten. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand.

    In Pakistan wurden schon früher Impfteams angegriffen und auch Helfer getötet. Radikale Islamisten glauben, die Impfungen seien Teil einer Verschwörung des Westens und dienten dazu, Muslime unfruchtbar zu machen.

    Aufstand gegen Impfkampagne

    Die landesweite Impfkampagne gegen Kinderlähmung war am Montag gestartet. Es sollten rund 39 Millionen Kinder unter fünf Jahren geimpft werden. Am Montag war bereits eine Klinik in Brand gesetzt worden, nachdem in sozialen Medien Falschmeldungen verbreitet worden waren, denen zufolge Kinder in der nordwestlichen Stadt Peshawar nach der Impfung erkrankt seien. Diese hatten zu einer Panik bei Eltern geführt, die eine Klinik in Brand setzten und Impfhelfer festhielten. Ein Polizist, der ein Impfteam begleitete, wurde erschossen.

    Kinderlähmung ist in den meisten Ländern der Welt ausgerottet. Pakistan ist laut der Global Polio Eradication Initiative neben Afghanistan das einzige Land, in dem im Vorjahr Erkrankungen mit dem Wildtyp der Polioviren gemeldet wurden. (APA, 25.4.2019)

    • Sicherheitskräfte am Ort des Angriffs.
      foto: apa/afp/achakzai

      Sicherheitskräfte am Ort des Angriffs.

    • Impfgegner zündeten eine Klinik an.
      foto: apa/afp/majeed

      Impfgegner zündeten eine Klinik an.

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