Rassistisches RFJ-Plakat: IKG und IGGÖ kritisieren Darstellung

    25. April 2019, 13:10
    83 Postings

    Für IKG-Präsident Deutsch "eindeutig rassistisch" – Vural ortet Hetze gegen Muslime

    Wien – Vertreter des Judentums und des Islam kritisieren ein ausländerfeindliches Plakat des Rings Freiheitlicher Jugend (RFJ) Steiermark. Dass dort Migranten als finstere Figuren dargestellt werden, sei "eindeutig rassistisch", sagte der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Oskar Deutsch, am Donnerstag im Ö1-"Mittagsjournal". Die Islamische Glaubensgemeinschaft ortet Hetze gegen Muslime.

    Das Plakat des RFJ zeigt ein idealisiertes offensichtlich heimisches Paar in Tracht, umgeben von finsteren Figuren mit Buckel und Hakennase sowie einer Moschee im Hintergrund. Zu lesen ist: "Tradition schlägt Migration!" FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky hatte in der "ZiB 2" am Dienstag das Sujet verteidigt. Dieses sei bereits seit einem Jahr in Umlauf, in der Steiermark habe sich bis jetzt niemand daran gestoßen.

    Vergleiche wie früher

    Deutsch will zwar keine direkten Vergleiche mit Darstellungen im nationalsozialistischen "Stürmer" ziehen, aber: Auch damals seien Menschengruppen als minderwertig dargestellt worden. Wohin dieses Herabwürdigen führt, sehe man anhand der Geschichte. Bezüglich des Verfassers, der FPÖ, gehe es um die Fülle sogenannter "Einzelfälle". Sollte die FPÖ-Führung nicht handeln, müsse Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) das tun.

    Vural sieht in dem Sujet Vergleiche "wie früher mit unseren jüdischen Freundinnen und Freunden". Für ihn wäre die logische Konsequenz, das Motiv zurückzuziehen. Der IGGÖ-Präsident appelliert zudem an die Politik, nicht zuzulassen, "dass permanent rote Linien überschritten werden": "Da läuten Alarmglocken, und das dürfen wir nicht zulassen." (APA, 25.4.2019)

    Share if you care.