Salzburg nach Last-Minute-Sieg gegen WAC fast schon Meister

    24. April 2019, 20:56
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    Bis zur 87. Minute drohte die erste Heimniederlage seit 2016

    Salzburg – Für Red Bull Salzburg ist der sechste Meistertitel in Folge seit Mittwochabend zum Greifen nah. Die Salzburger feierten gegen den WAC nach einem 0:1-Rückstand mit drei späten Toren noch einen 3:1-Erfolg und bauten den Vorsprung auf den LASK, der gegen Sturm Graz 1:2 verlor, auf zwölf Punkte aus.

    Die Titelentscheidung kann somit bereits am Sonntag fallen. Sollten die Salzburger beim WAC (14.30 Uhr) mehr Punkte holen als der LASK in Graz (17 Uhr), ist das Meisterstück bereits vor dem ÖFB-Cup-Finale am Mittwoch (16.30 Uhr) gegen Rapid in der Tasche.

    Nach einem Treffer der 19-jährigen Liefering-Leihgabe Sekou Koita (55.) sah es nach der ersten Heimniederlage der Salzburger seit 27. November 2016 (0:1 gegen die Admira) aus. Jerome Onguene (87.), Munas Dabbur (89.) mit seinem 18. Ligator und Takumi Minamino (94.) sorgten aber noch für die Wende. Das Team von Marco Rose ist damit in der Liga zu Hause 42 Partien in Folge und in Pflichtspielen 62 Spiele unbesiegt.

    WAC mit viel Aufwand

    Rose verschaffte Tormann Alexander Walke im Hinblick auf das Cupfinale, für das der Deutsche vorgesehen ist, Spielpraxis. Der leicht angeschlagene Andre Ramalho wurde geschont, sonst agierten die Bullen in Bestbesetzung. Dabei war auch Andreas Ulmer, der am Dienstag vom Ligastrafsenat nach seiner umstrittenen roten Karte freigesprochen wurde. Leichtes Spiel hatten die Hausherren aber keineswegs.

    Die Wolfsberger betrieben starkes Forechecking, waren sehr aggressiv und versuchten auch selbst im Spiel nach vorne Nadelstiche zu setzen. Topchance gab es für die Gäste in einer sehr offenen ersten Hälfte aber keine. Die Salzburger erspielten sich auch nur zwei gute Möglichkeiten, jeweils hatte Dabbur seine Beine im Spiel. Ein Abschluss des Israeli nach Ulmer-Hereingabe fiel zu schwach aus (18.), bei einem weiteren an Tormann Alexander Kofler vorbei rettete Abwehrspieler Michael Sollbauer im Rutschen knapp vor der Linie (30.).

    Das erste Highlight nach Wiederbeginn war ein gefährlicher Ulmer-Freistoß (51.). Das Tor fiel aber auf der anderen Seite und unter tatkräftiger Mithilfe der Salzburger. Bei einem weiten Kofler-Abschlag waren sich die Bullen nicht einig, weshalb der Ball ideal im Lauf von Koita landete, der Walke mit links keine Chance ließ. Danach legten die Gastgeber einen Gang zu, bei Kopfbällen von Onguene (61., 64.) lag der Ausgleich genauso in der Luft wie bei einer Chance von Hannes Wolf, dem Kofler mit einer Glanztat den Ball vom Fuß nahm (67.).

    Der WAC kam nur noch vereinzelt in der Offensive zur Geltung, war dabei aber brandgefährlich. Walke verhindert einen Koita-Doppelpack mit einem Reflex (76.). So blieb der Favorit im Spiel und kam auch noch einmal zurück. Onguene verwertete seine dritte Kopfballmöglichkeit nach Szoboszlai-Eckball, Dabbur traf aus mehr als 20 Metern sehenswert über Kofler hinweg ins Kreuzeck und Minamino staubte im Strafraum nach Dabbur-Zuspiel ab.

    Salzburg ist damit gegen den WAC 16 Ligaspiele unbesiegt, nach dem 1:1 in St. Pölten gelang sofort wieder die Rückkehr auf die Siegerstraße. Der WAC kassierte hingegen nach dem 2:1-Sieg bei Sturm einen Rückschlag im Kampf um Rang drei. Der Vorsprung auf Sturm und St. Pölten schmolz auf einen Punkt. (APA, 24.4.2019)

    Bundesliga, Meistergruppe, Mittwoch

    Red Bull Salzburg – WAC 3:1 (0:0)
    Red-Bull-Arena, 6.181 Zuschauer, SR Heiß

    Torfolge:
    0:1 (55.) Koita
    1:1 (87.) Onguene
    2:1 (89.) Dabbur
    3:1 (94.) Minamino

    Salzburg: Walke – Lainer, Vallci, Onguene, Ulmer – Samassekou – X. Schlager, Wolf (74. Prevljak), Junuzovic (68. Szoboszlai) – Gulbrandsen (57. Minamino), Dabbur

    WAC: Kofler – Novak, Sollbauer, Rnic, Gollner – M. Leitgeb – Wernitznig, Liendl, Ritzmaier (78. Sprangler) – Koita (83. Jovanovic), Friesenbichler (70. Schmid)

    Gelbe Karten: Onguene, Samassekou bzw. Wernitznig, Novak

    Stimmen:

    Marco Rose (Salzburg-Trainer): "Ich bin sehr zufrieden, sehr glücklich. Es war das erwartet schwierige Spiel – Pressing gegen Pressing. Erste Halbzeit waren wir nicht aktiv genug, das können wir besser. Aber die Mannschaft hat an sich geglaubt und sich mit den Toren am Ende belohnt. Der WAC hat uns sehr schwer zugesetzt. Die 12 Punkte Vorsprung sind ein großer Schritt zum Meistertitel, jetzt wollen wir den nächsten Schritt machen, denn es geht in die Endphase, ans Eingemachte. Wir haben es in der eigenen Hand, wenn es bereits am Sonntag passiert, dann ist das schön und gut."

    Christian Ilzer (WAC-Trainer): "Ich muss meiner Mannschaft gratulieren zu der Leistung, bin aber bitter enttäuscht. Wir hatten eine Riesenmannschaft am Rande einer Niederlage, hätten diese unglaubliche Serie von Salzburg knacken können, leider haben wir jetzt nichts auf der Habenseite. Mit jedem Wechsel hat Salzburg viel Qualität dazubekommen. Ich musste jeden Wechsel aufgrund von Krämpfen tätigen. Gegen Salzburg muss man unheimlich viel investieren. Das haben wir in vielen Phasen gut gemacht, umso bitterer ist es, dass das Gegentor aus einem Eckball gefallen ist. Wir wollen ganz einfach daran glauben, dass wir den dritten Platz behalten und erreichen. Wir wollen das Maximum rausholen und alles dafür geben. Wenn es dann nicht der dritte Platz wird, wird im Lavanttal die Sonne auch wieder aufgehen."

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    • Action in Salzburg.
      foto: apa/krugfoto

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