ORF-Redakteursrat protestiert gegen Einschüchterungsversuche

    24. April 2019, 16:27
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    Dass der Generalsekretär einer Regierungspartei in einem Interview den Moderator bedroht, habe es in dieser Form noch nicht gegeben

    Wien– "Das Interview mit dem FPÖ-Generalsekretär und EU-Spitzenkandidaten Harald Vilimksy in der ZiB2 vom 23. April habe einmal mehr gezeigt, warum Österreich im internationalen Ranking der Pressefreiheit um fünf Plätze nach unten gerutscht ist", reagiert der ORF-Redakteursrat auf das "ZiB 2"-Interview am Dienstag mit Harald Vilimsky. Die Aussage von Vilimsky nach einer kritischen Frage in einem Live-Interview – "Das ist etwas, das nicht ohne Folgen bleiben kann" – müsse "als persönliche Bedrohung von ZiB2-Moderator Armin Wolf verstanden werden", heißt es in einer Aussendung.

    Dass der Generalsekretär einer Regierungspartei in einem Interview den Moderator bedroht, habe es in dieser Form noch nicht gegeben. Der ORF-Redakteursrat protestiert "auf das Schärfste gegen diesen Versuch persönlicher Einschüchterung".

    "Dem ORF wird mit neuen rechtlichen Rahmenbedingungen und einem 'schärferen' ORF-Gesetz gedroht und die Finanzierung wird in Frage gestellt. Und zwar von den selben Parteien und Politikern, die sich den ORF gefügig machen wollen und die derzeit das neue ORF-Gesetz verhandeln", macht der Redakteursrat aufmerksam.

    Kritik übt der Redakteursrat auch an den Aussagen des von der FPÖ gestellten Vorsitzenden des ORF-Stiftungsrates, Norbert Steger. Er hatte Wolf zu einer Kandidatur für die SPÖ geraten. "Auch das zeigt ein seltsames Verständnis von journalistischer Arbeit. Kritische Interviews werden offenbar nur dann wahrgenommen, wenn Parteifreunde betroffen sind", verteidigen die ORF-Redakteursvertreter ihren Kollegen gegen die Kritik des früheren FPÖ-Chefs. (red, 24.4.2019)

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