Kärntner Burschenschaft wirbt mit NS-Symbolen um junge Mitglieder

    24. April 2019, 13:46
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    In einem Zwei-Minuten-Video werden Ratten mit Demonstranten gleichgesetzt. Auch ein Ustascha-Wappen ist zu sehen

    Feldkirchen – Ein Video der Kärntner pennalen Burschenschaft Tigurina, das der Anwerbung jugendlicher Mitglieder dienen soll, sorgt für Aufregung. In dem Video werden NS-Symbole ebenso verwendet wie das Ustascha-Wappen, berichtete die "Kleine Zeitung" vom Mittwoch. Zudem werden Ratten mit Demonstranten gegen den Akademikerball gleichgesetzt.

    Ein korporierter Fuchs ist am Logo der Tigurina zu sehen. Auf der Website wird der Besucher gefragt: "Du bist über 15, Mittelschüler und hast Political Correctness und Mainstream satt? Dann werde jetzt aktiv in der Burschenschaft Tigurina."

    Strafrechtlich nicht eindeutig

    Unter "Aktuelles" findet sich das selbstproduzierte Zwei-Minuten-Video, in dem man laut Dokumentationsarchiv des österreichischen Widerstandes (DÖW) nicht lange nach NS-Symbolen suchen muss. Da finden sich Sujets aus einem Propagandabildband des Jahres 1943, ein Bild von Luftwaffenfliegern beim Angriff auf Polen 1939 und mehr. Auch eine Abbildung des sogenannten Ortstafelsturms in Kärnten aus dem Jahr 1972 ist zu sehen.

    Strafrechtlich sei das Video nicht eindeutig zu bewerten, wird Bernhard Weidinger vom DÖW zitiert. "Die Symbolik lässt allerdings keinen Zweifel, wo sich die Macher des Videos bedient haben."

    Wenig überraschend

    Klickt man auf der Website den Button "Rückblick", taucht das Plakat des Kongresses "Verteidiger Europas" auf, der im März 2018 am Wasserschloss Aistersheim stattfand. Gegner bezeichnen dieses Treffen als das "größte rechtsextreme Event seiner Art im deutschsprachigen Raum".

    Laut DÖW ist die Ausrichtung der Tigurina nicht wirklich verwunderlich: "Dass eine deutschnationale Mittelschulverbindung so unverblümt Anleihen beim Neonazismus macht, überrascht angesichts der Vergangenheit zumindest eines ihrer Führungskader wenig: Der bis heute aktive Tiguriner gehörte noch in den 1990er-Jahren zum inneren Kreis der österreichischen Neonaziszene unter Gerd Honsik, Franz Radl jun. und Gottfried Küssel." (APA, 24.4.2019)

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