Vier Tore in 13 Minuten: Wacker läuft gegen Altach in Debakel

    23. April 2019, 21:02
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    Schlusslicht leistete sich im Westderby verheerende Viertelstunde

    Innsbruck – SCR Altach hat sich am Dienstag mit einem 4:0-Erfolg im Bundesliga-Westderby bei Wacker Innsbruck neuerlich Luft verschafft und die Abstiegssorgen des Schlusslichts aus Tirol verschärft. Den unter Neo-Trainer Alex Pastoor weiter ungeschlagenen Vorarlbergern reichten zwölf Minuten in der zweiten Hälfte für vier Tore. Zur Halbzeit der Qualifikationsgruppe trennen Altach und den Letzten neun Punkte.

    Stefan Nutz (63.), Christian Gebauer (68.), Samuel Oum Gouet (70.) und Mergim Berisha (75.) sorgten für den dritten Sieg im fünften Spiel unter Pastoor. Die Tiroler, die zwei Punkte hinter Hartberg (2:4 gegen Rapid) liegen, standen trotz klarer Überlegenheit in Hälfte eins am Ende zum vierten Mal in Folge ohne Zählbares da.

    Wacker-Trainer Thomas Grumser musste auf den verletzten Cheikou Dieng verzichten und ließ in der "englischen Woche" auch Torjäger Zlatko Dedic zunächst auf der Bank. An deren Stelle stürmten etwa Muhammed Kiprit und Alexander Gründler. Pastoor vertraute der Elf, die beim Schlusspfiff gegen Rapid (2:2) auf dem Rasen gestanden hatte.

    Verspäteter Anpfiff

    Die Partie begann mit zehnminütiger Verspätung, bedingt durch einen Stau bei der Anreise der Gäste. Richtig angekommen schienen die Altacher aber auch fortan lange nicht, die Tiroler verzeichneten den klar besseren Beginn und forderten in der 11. Minute nach einer Hereingabe von Alexander Gründler erfolglos Elfmeter. Altachs Kapitän Philipp Netzer, der wenig später verletzt ausschied, hatte den Ball im Rutschen mit der Hand touchiert.

    Angetrieben vom unerschrocken aufspielenden Wacker-Talent Matthäus Taferner, erarbeiteten sich die Gastgeber vor enttäuschender Zuschauerkulisse (2.782) ein klares Chancenplus: Den gefährlichsten einiger Schüsse des 18-Jährigen drehte Altach-Schlussmann Martin Kobras in der 24. Minute gerade noch über die Latte. Kiprit (41.) und Gründler (43.) vergaben jeweils nach Vorarbeit des agilen Sascha Horvath Einschussgelegenheiten. Altach war – ohne richtige Torchance – mit dem Pausen-0:0 gut bedient.

    Wacker zerfällt in Halbzeit zwei

    "So wie wir heute auftreten, so wollen wir Fußballspielen", hatte Wackers Alfred Hörtnagl zur Pause noch gegenüber "Sky" zu Protokoll gegeben. Der Sport-Geschäftsführer sollte eine bittere Wende im Spiel erleben. Denn der Gegner kam weit gefährlicher aus der Kabine, Nutz köpfelte eine Eckball-Flanke aus kurzer Distanz zum 1:0 ein (63.).

    Mit diesem Treffer brach Wacker komplett auseinander: Gebauer schloss nach Vorlage von Marco Meilinger (68.) zum 2:0 ab. Und nur zwei Minuten später ließ sich Knett, der auch beim Altacher Führungstreffer keine gute Figur gemacht hatte, von einem Schuss Oum Gouets ins kurze Eck überlisten. Altach hatte nun Zeit und Platz zum Zaubern: Berisha versenkte den Ball nach Nutz-Vorarbeit per Fersler zum 4:0 im Netz. Der Rest war Schaulaufen. Bereits am Samstag kommt es zum "Retourspiel" in Altach. (APA, 23.4.2019)

    Ergebnis:

    FC Wacker Innsbruck – SCR Altach 0:4 (0:0)
    Innsbruck, Tivoli Stadion Tirol 2.782, SR Muckenhammer.

    Tore:
    0:1 (63.) S. Nutz
    0:2 (68.) Gebauer
    0:3 (70.) Oum Gouet
    0:4 (75.) Berisha

    Wacker: Knett – Hupfauf, Meusburger, Maranda, Klem – Henning (77. Satin), Kerschbaum, Taferner – Gründler, Kiprit (58. Dedic), Horvath

    Altach: Kobras – Oum Gouet, Zech, Netzer (13. S. Nutz), Schreiner – Meilinger, Piesinger, Zwischenbrugger, Fischer – C. Gebauer (81. Dobras), Berisha (77. Grbic)

    Gelbe Karte: Klem

    Tabelle:

    1. Rapid Wien 26 Punkte
    2. SV Mattersburg 23
    3. SCR Altach 20
    4. FC Admira 17
    5. TSV Hartberg 13
    6. FC Wacker Innsbruck 11

    Stimmen:

    Thomas Grumser (Innsbruck-Trainer): "Es hilft nichts, wenn wir jetzt anfangen, uns selbst leidzutun, oder aufgeben. Das ist absolut nicht der Weg, den wir für gut befinden. Jetzt geht es darum, dass wir noch eine Spur enger zusammenrücken. Und die Überzeugung herbringen, dass wir es schaffen können. Natürlich hilft uns in erster Linie ein Erfolgserlebnis, das wissen wir. Wenn wir aber so auftreten wie heute in der ersten Halbzeit, können wir demnächst auch das Glück erzwingen."

    Alex Pastoor (Altach-Trainer): "Wir haben in der ersten Halbzeit offensiv und defensiv nicht das gemacht, was wir verabredet hatten. In der zweiten Hälfte war das viel besser. Bis jetzt haben wir das ziemlich gut gemacht, haben gut gepunktet, und das Spiel sieht teilweise auch gut aus. Ich bin der Meinung, dass wir noch fünf Endspiele spielen sollen. Von der Attitüde her soll sich da nichts ändern. Wir brauchen nicht allzu viel auf die Tabelle schauen."

    Christopher Knett (Wacker-Tormann): "Wir müssen ganz klar ansprechen, was da schief gegangen ist, analysieren und auch die positiven Dinge mit rausziehen. Das ist ganz klar die erste Halbzeit. Von der zweiten werden wir uns nichts anschauen."

    • Stefan Nutz (r.) jubelt über den Führungstreffer im Westderby.
      foto: apa/expa/lukas huter

      Stefan Nutz (r.) jubelt über den Führungstreffer im Westderby.

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