Rapid bleibt mit 4:2-Sieg in Hartberg an der Spitze

    23. April 2019, 20:58
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    Zwei gravierende Torwartfehler in Halbzeit eins – Hartberg seit 13 Spielen ohne Sieg

    Hartberg – Der SK Rapid hat in der fünften Runde der Qualifikationsgruppe der Fußball-Bundesliga den vierten Sieg eingefahren. Am Dienstag setzten sich die Wiener dank einer Leistungssteigerung in der zweiten Hälfte beim Vorletzten TSV Hartberg mit 4:2 (1:1) durch. Weil auch Verfolger Mattersburg gewann, blieb der Vorsprung der Grün-Weißen auf die Burgenländer konstant bei drei Punkten.

    Aufgrund von zwei Torhüterpatzern stand es in der Oststeiermark nach verregneten 45 Minuten 1:1, wobei die Heimmannschaft ein klares Übergewicht bei den Chancen und Rapid bis zum Pausenpfiff keinen Schuss auf das Tor abgegeben hatte. Das besorgte nach Wiederbeginn Thomas Murg, der mit der ersten Gelegenheit die neuerliche Rapid-Führung herstellte und das 3:1 durch Boli Bolingoli nach 60 Minuten mustergültig servierte.

    Andrija Pavlovic (75.) setzte noch einen sehenswerten Heber drauf, das erste Bundesliga-Tor von David Cancola (82.) war nur noch Ergebniskosmetik. Rapid schaffte damit im dritten Bundesliga-Duell in dieser Saison mit Hartberg den ersten Sieg. Im ÖFB-Cup-Viertelfinale hatte sich die Mannschaft von Trainer Dietmar Kühbauer im Februar klar mit 5:2 durchgesetzt.

    Blackouts, Blackouts

    Die Partie in der Profertil-Arena begann praktisch mit einem Defensivblackout der Rapid-Elf. Schon nach 40 Sekunden schoss Kresimir Kovacevic nach einer Soloflucht auf das Tor von Richard Strebinger, der aber wenig Mühe damit hatte. Ein fataler Fehler unterlief beim ersten Gäste-Eckball in der 14. Minute auch Rene Swete, der sich den Ball ins eigene Tor faustete. Mitspieler Michael Blauensteiner könnte den Goalie leicht irritiert haben, das war nicht klar ersichtlich.

    apa/erwin scheriau
    Rene Swete faustet den Ball ins eigene Tor.

    Hartberg steckte den Schock aber sofort weg und spielte beherzt nach vorne. Das ergab eine Cornerserie und eine Möglichkeit von Rajko Rep (17.), bei dessen Abschluss im Strafraum Strebinger mit dem Fuß gut reagierte. Weniger gut machte es der Rapid-Torhüter in der 28. Minute bei einem Freistoß von Rep aus großer Distanz: Der Ball sprang auf dem feuchten Boden zweimal auf, ging zentral auf den richtig postierten Strebinger, der den Schuss ins eigene Tor ablenkte.

    Hartberg hatte in der ersten Spielhälfte noch weitere gute Aktionen in der Offensive. Ein Vorstoß über die linke Seite von Kapitän Siegfried Rasswalder blieb in der 40. Minute unbelohnt. Bei einem Ballverlust von Bolingoli in der Nachspielzeit wollte Rep Strebinger überheben, der das jedoch schnell überriss.

    Murg zum 2:1

    Nach Doppelpass mit Stephan Auer schloss Murg die erste zielstrebige Aktion der Hütteldorfer nach der Pause mustergültig ab. Mit links netzte der Steirer aus spitzem Winkel durch die Beine von Swete ein. Der Offensivspieler unterstrich seine aktuell starke Form auch in der 62. Minute mit der Flanke auf Bolingoli, der sich in den Hartberg-Strafraum geschlichen hatte. Bei seinem Kopfball aus kurzer Distanz hatte Swete keine Chance.

    apa/erwin scheriau
    Hartberg konnte sich nicht von Wacker Innsbruck absetzen.

    Pavlovic machte mit einem Traumtor endgültig alles klar. Die Schlussoffensive der Steirer nach dem Cancola-Treffer blieb letztlich fruchtlos. Nach der fünften Niederlage in Folge steht Hartberg aber weiter auf dem fünften Platz im Quali-Tableau, da auch der Sechste Wacker Innsbruck verlor. (APA, 23.4.2019)

    Ergebnis:

    TSV Hartberg – SK Rapid Wien 2:4 (1:1)
    Hartberg, Profertil-Arena, 4.000, SR Gishamer

    Tore:
    0:1 (14.) Swete (Eigentor)
    1:1 (28.) Rep
    1:2 (48.) Murg
    1:3 (62.) Bolingoli
    1:4 (74.) Pavlovic
    2:4 (82.) Cancola

    Hartberg: Swete – Blauensteiner, Huber, Rotter, Rasswalder (66. Flecker) – Kainz (77. Ilic), Sittsam, Camara – Heil (66. Cancola) – Kovacevic, Rep

    Rapid: Strebinger – Auer, Sonnleitner, Hofmann, Bolingoli – Grahovac, Schwab – Murg, Knasmüllner (46. D. Ljubicic), Ivan (71. Schobesberger) – Pavlovic (78. Badji)

    Gelbe Karten: Kainz, Cancola bzw. Bolingoli

    Tabelle:

    1. Rapid Wien 26 Punkte
    2. SV Mattersburg 23
    3. SCR Altach 20
    4. FC Admira 17
    5. TSV Hartberg 13
    6. FC Wacker Innsbruck 11

    Stimmen:

    Markus Schopp (Hartberg-Trainer): "Leider haben wir uns durch zwei Fehler zu Beginn beider Halbzeiten um die Früchte unseres guten Spiels gebracht. Rapid hat nach der Führung in der zweiten Halbzeit natürlich Klasse genug, um das auszunützen und den Sieg nach Hause zu spielen. Ich bin eigentlich bitter enttäuscht, weil wir individuelle Fehler gemacht haben, die oft besprochen worden sind. Diese Fehler, die immer wieder mit Toren bestraft werden, begleiten uns schon das ganze Frühjahr, das müssen wir endlich abstellen. Die Mannschaft hat aber gezeigt, was sie spielerisch draufhaut."

    Dietmar Kühbauer (Rapid-Trainer): "Wir haben uns durch das vermeidbare Tor vor der Pause das Leben schwer gemacht. Es war wichtig, dass es im Fußball eine Pause gibt. Denn die Spieler haben dann gut umgesetzt, was in der Pause besprochen worden war. Nachher haben wir uns gut präsentiert. Vor der Pause waren wir zu statisch, nach der Pause ist wirklich von der Bewegung her viel mehr gegangen. Letztendlich haben wir uns gut präsentiert, deswegen haben wir verdient gewonnen."

    • Grün-weißer Jubel, am Dienstag in vierfacher Ausführung.
      foto: apa/erwin scheriau

      Grün-weißer Jubel, am Dienstag in vierfacher Ausführung.

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