Brunei will "Respekt und Verständnis" der EU für Steinigung Homosexueller

    23. April 2019, 06:38
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    Sultanat: Todesstrafe für Schwule ohnehin "selten" – Auch Straf-Amputationen von Armen und Beinen in Brief an EU verteidigt

    Bandar Seri Begawan – Das Sultanat Brunei hat die international heftig kritisierte Einführung der Todesstrafe gegen Homosexuelle in einem Brief an das Europäische Parlament verteidigt.

    Der "Guardian" zitiert aus einem vierseitigen Brief des Sultanats an die Europaabgeordneten, in dem es heißt, Steinigungen als Strafe für gleichgeschlechtlichen Sex würden selten sein, da zwei Männer von "hohem moralischem Rang und Frömmigkeit" als Zeugen erforderlich seien. Im Hinblick auf den Wunsch des Landes, seine traditionellen Werte und seine "Familienlinie" zu bewahren, fordere man "Toleranz, Respekt und Verständnis".

    "Schutz unserer heimischen Frauen"

    Am 3. April waren im Sultanat härtere Strafgesetze in Kraft getreten. Verschärft wurden auch die Strafen für Diebstahl: Künftig müssen Diebe damit rechnen, dass ihnen Hände und Beine amputiert werden.

    In dem vom "Guardian" zitierten Brief heißt es, dass die internationale Kritik auf ein Missverständnis zurückzuführen sei. "Die Kriminalisierung von Ehebruch und Unzucht soll die Unantastbarkeit der Familienlinie und der Ehe von verschiedenen Muslimen gewährleisten", es stehe der Schutz "unserer Frauen" um Vordergrund. Wie dieser durch die Steinigung schwuler Männer erreicht werden soll, lässt das Papier offen.

    Die EU wurde dem Bericht zufolge auch aufgefordert, das Einfrieren von Vermögenswerten, Visaverbote und eine schwarze Liste von Hotels, die dem Sultanat gehören, zu überprüfen. Unter anderen hatte der Schauspieler George Clooney gefordert, Hotels, die dem Sultan gehören, zu boykottieren.

    In dem Sultanat auf der Insel Borneo sind zwei Drittel der mehr als 420.000 Einwohner muslimischen Glaubens. Seit einiger Zeit sind dort konservative islamische Kräfte auf dem Vormarsch. Schwule und Lesben werden in der ehemaligen britischen Kolonie seit langem unterdrückt. Bisher standen auf homosexuelle Beziehungen bis zu zehn Jahre Haft. (red, APA, 23.4.2019)

    • Hassanal Bolkiah will künftig Homosexuelle steinigen lassen und Dieben Arme und Beine amputieren. Der Sultan, einer der reichsten Männer der Welt, fordert für diese Entscheidung nun "Respekt". Aktionen zum Boykott der zahlreichen Hotels im Besitz seines Staates – eine Liste gibt es zum Beispiel hier – sollten vermieden werden, sagt er.
      foto: afp

      Hassanal Bolkiah will künftig Homosexuelle steinigen lassen und Dieben Arme und Beine amputieren. Der Sultan, einer der reichsten Männer der Welt, fordert für diese Entscheidung nun "Respekt". Aktionen zum Boykott der zahlreichen Hotels im Besitz seines Staates – eine Liste gibt es zum Beispiel hier – sollten vermieden werden, sagt er.

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