EAs Vorschlaghammer und mehr: Spiele-Studios, die zusperren mussten

    27. April 2019, 11:00
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    Von Telltale, Westwood bis Origin Systems: Spieler weinen noch heute gewissen Entwicklern nach

    Die Geschichte der Videospielindustrie ist im Vergleich zu anderen Medien noch nicht besonders lang. Speziell in Erinnerung geblieben sind Studios, denen für ihre kultige Games zum Teil bis heute nachgetrauert wird. Das wohl aktuellste Beispiel dafür ist das Studio Telltale Games, wie "PC Welt" berichtet. Dieses musste 2018 seine Pforten schließen – dem Unternehmen war das Geld ausgegangen, aktuellere Spiele verkauften sich schlecht. Dabei war das Studio ein Pionier von interaktiven Storyspielen, zu seinem Portfolio gehören zum Beispiel "The Walking Dead" und "The Wolf Among Us".

    Doch für Spieler waren die Gameplay-Mechaniken letzten Endes doch zu ähnlich zueinander, zudem wurde die Engine, die verwendet wurde, aufgrund ihres hohen Alters immer wieder kritisiert. Manche Lizenzproduktionen sollen trotz ihres Namens Verkaufsflops gewesen sein, etwa Minecraft: Story Mode. Ehemalige Mitarbeiter warfen dem Unternehmen auch schlechtes Management vor, immer seien etwa massiv Überstunden verlangt worden, um ein Projekt zeitgerecht abzuschließen.

    foto: telltale
    Telltale zeichnete sich mit gut erzählten Games aus, scheiterte aber in Innovationsmangel, Missmanagement und erfolglosen Lizenzproduktionen.

    EAs Schließungen

    Ein Publisher der im Zusammenhang mit dem "Tod" populärer Studios immer wieder Erwähnung findet, ist Electronic Arts (EA). Das Unternehmen gab kürzlich an, 300 Mitarbeiter zu kündigen. In der Vergangenheit war etwa das Studio Origin Systems ein Opfer. Es war für beliebte Games wie Wing Commander und die Ultima-Reihe zuständig, mit Ultima Online kam 1997 eines der ersten großen MMORPGs noch lange vor dem später enorm populären World of Warcraft auf den Markt. 2004 zogen die Mitarbeiter ins Hauptquartier von EA, was das Aus für das Studio bedeutete.

    Weitere Entwickler, die von EAs Vorschlaghammer erwischt wurden, waren etwa 2004 die Westwood Studios. Diese hatten die Videospielgeschichte der 1990er-Jahre maßgeblich mit Echtzeitstrategiespielen geprägt. Mit Dune 2 und Command & Conquer schufen sie die modernen Pioniere des Genres. Ebenfalls einverleibt wurden 2009 und 2015 Maxis (Die Sims, SimCity – nur noch als Marke existent) und weitere.

    foto: ea
    Die Westwood Studios lösten einst mit Dune 2 und Command & Conquer einen Boom für Echtzeitstrategie-Games aus.

    Weitere Opfer

    Ein weiteres Studio, das bald sein Ende nach der Übernahme eines großen Publishers fand, ist Infocom. Der Entwickler ist vor allem für das Text-Adventure-Spiel "Zork" bekannt. Er wurde 1986 von Activision übernommen, 1989 geschlossen.

    Vom Spielesektor verschwunden ist auch Lucas Arts. Einst produzierte man Klassiker wie Monkey Island, Grim Fandango und verschiedene Star Wars-Spiele. Mit der Zeit wurde die Produltion neuer Titel aber zunehmend zurückgefahren und an andere Studios übertragen. Nach der Übernahme durch Disney stellte man Eigenentwicklungen komplett ein und fungiert heute nur noch als Lizenzgeber. (red, 27.4.2019)

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