Karfreitag: SPÖ bekräftigt Forderung nach Feiertag für alle

Video18. April 2019, 11:18
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Protestaktion mit Parteichefin Rendi-Wagner und Bundesgeschäftsführer Drozda Donnerstagfrüh

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Pamela Rendi-Wagner am Donnerstagmorgen am Schottentor: "Die Regierung hat ihr Versprechen gebrochen"

Wien – Die SPÖ hat am Gründonnerstag gegen die Karfreitags-Regelung der Bundesregierung protestiert. Bei einer Verteil-Aktion Donnerstagfrüh beim Schottentor in Wien forderte Parteichefin Pamela Rendi-Wagner, dass der Feiertag für alle Arbeitnehmer gelten sollte.

Rendi-Wagner verteilte gemeinsam mit Bundesgeschäftsführer Thomas Drozda und SPÖ-Bundesfrauengeschäftsführerin Andrea Brunner rote Eier an die Passanten und warb für die Petition "KarFREItag für alle", die bisher von knapp 19.000 Personen unterstützt wird.

"Die Regierung hätte die Möglichkeit gehabt, hier den Karfreitag für alle freizugeben. Sie hat auch versprochen, dass niemandem etwas genommen wird. Sie hat sich anders entschieden, nämlich 300.000 Menschen in diesem Land – vor allem der evangelischen Religionsgruppe – ihren religiösen Feiertag zu nehmen", kritisierte Rendi-Wagner.

foto: apa/herbert neubauer
"Wir hätten den Menschen den Feiertag gegeben, nämlich allen", sagt SPÖ-Parteichefin Rendi-Wagner mit Blick auf den Karfreitag.

Juristen am Zug

"Wir hätten den Menschen den Feiertag gegeben, nämlich allen", sagte sie. Ob die SPÖ rechtlich gegen die Regelung vorgehen wird, sei eine Frage, die erst die Juristen klären müssten, sagte Rendi-Wagner. Derzeit habe sie das nicht vor.

Unterdessen bekräftigte auch der evangelisch-lutherische Bischof Michael Bünker am Gründonnerstag seine Kritik an der neuen Karfreitags-Regelung. Durch die Streichung des Feiertags und die Einführung eines "persönlichen Feiertags" für alle, der als Urlaubstag zu nehmen ist, werde "die öffentliche Religionsausübung radikal individualisiert und privatisiert", wird Bünker in einer Aussendung zitiert.

Die Regierung hat ja in Folge eines EuGH-Urteils den freien Karfreitag für evangelische Christen, Methodisten und Altkatholiken gestrichen. Eingeführt wurde im Gegenzug ein "persönlicher Feiertag". Der bedeutet, dass sich alle Arbeitnehmer einmal pro Jahr einen Urlaubstag auch gegen den Willen des Dienstgebers, allerdings aus ihrem eigenen Kontingent, nehmen können. (APA, 18.4.2019)

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