Herummosern an Bergmanns Burgtheater-Ära

    16. April 2019, 18:19
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    Kommentar von Peter Huemer, Historiker, Publizist und ehemaliger ORF-Journalist, zu: "Kein Trophäensammeln" von Karin Bergmann

    Karin Bergmann, die Direktorin des Burgtheaters, hat etwas gemacht, was man in der Kulturszene an sich nicht tut: Sie hat auf eine Kritik geantwortet. Und sie hatte recht.

    Dieses Herummosern: Ja eh, es sei ihr gelungen, das Burgtheater "finanziell zu konsolidieren", aber "künstlerisch" sei das alles "mehr als durchwachsen" gewesen. Und warum? Weil Karin Bergmann nicht jedem modischen Trend nachgelaufen ist, weil es auch Flops gegeben hat. No na. Wenn fast 40 Prozent der Premieren in ihrer Ära Ur- oder Erstaufführungen waren, dann ist das unvermeidlich. Und angesichts dessen, dass das Burgtheater keine experimentierende Kleinbühne ist, ist dieser Prozentsatz erstaunlich hoch. Und weist auf ausgeprägtes Risikobewusstsein der Direktorin hin.

    Und das unter Arbeitsbedingungen, die bekanntlich extrem fordernd gewesen sind. Aber in dieser Kritik im STANDARD klingt der Hinweis, sie habe das Theater saniert, fast wie ein Vorwurf. Als sei die Direktorin eine Kauffrau, die viel vom Geld und wenig vom Theater versteht. Das träfe angesichts der hohen Auslastung allerdings dann auch auf das Publikum zu.

    Peter Huemer ist Historiker, Publizist und war lange Jahre ORF-Journalist. (16.4.2019)

    • Karin Bergmann.
      foto: apa/herbert pfarrhofer

      Karin Bergmann.

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