Libyscher Vizepremier warnt vor Migrantenwelle in Richtung Europa

    16. April 2019, 14:55
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    Ahmed Maitik stellt in Aussicht, dass die Regierung in Tripolis angesichts des Drucks durch Haftar-Truppen die Kontrollen im Süden aufgeben könnte

    Rom – Der stellvertretende libysche Ministerpräsident Ahmed Maitik hat Europa am Dienstag vor der Gefahr gewarnt, dass angesichts der Offensive von General Khalifa Haftar die Kontrollen an Libyens südlichen Grenzen wegfallen könnten. Dies würde die EU und Italien mit einer massiven Migrationswelle konfrontieren.

    "Viele Migranten können leicht die Wüste überqueren und Libyens Küste erreichen. Viele Menschen sind bereits unterwegs", so Maitik bei einer Pressekonferenz mit ausländischen Journalisten in Rom. Maitik warnte vor der Gefahr einer "humanitären Krise" in seinem Land.

    "Das Volk will Demokratie"

    Haftar wolle Libyen eine neue Diktatur aufzwingen, sagte Maitik, der am Montag in Rom den italienischen Premier Giuseppe Conte und Innenminister Matteo Salvini getroffen hat." Es darf keine weitere Militärdiktatur in Libyen geben. Das Volk will Wahlen und Demokratie", meinte Maitik. Er versicherte, dass die Einheitsregierung in der Lage sei, Tripolis gegen Haftars Angriff zu verteidigen.

    Libyen ist eine ehemalige Kolonie Italiens. In den vergangenen Jahren wurde es zu einem der wichtigsten Transitländer für Migranten auf dem Weg nach Europa. (APA, 16.4.2019)

    • Maitik warnt vor neuer Diktatur.
      foto: ap photo/alessandra tarantino

      Maitik warnt vor neuer Diktatur.

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