Springer Nature veröffentlicht erstes maschinengeneriertes Buch

    15. April 2019, 15:27
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    Publikation über Lithium-Ionen-Batterien entstand mithilfe eines Algorithmus und wurde nun von "Springer Nature" veröffentlicht

    Ein Buch zum Thema Lithium-Ionen-Batterien klingt vielleicht nicht bestsellerverdächtig. Als maschinengeneriertes Buch ist die Veröffentlichung beim Wissenschaftsverlag "Springer Nature" aber etwas Besonderes: Hinter dem Autorennamen "Beta Writer" verbirgt sich ein Algorithmus, der von Forschern der Angewandten Computerlinguistik an der Frankfurter Goethe-Universität entwickelt wurde.

    Das Buch ist als kostenloser Download erhältlich, wie die Uni mitteilte. Textinhalte werden bei dem entwickelten Verfahren mit Hilfe von Computern analysiert, relevante Publikationen werden ausgewählt und verarbeitet. Das so zusammengestellte Buch ist den Angaben zufolge eine automatisch generierte Zusammenfassung einer großen Zahl aktueller Forschungsartikel.

    "Mit dieser Publikation wollen wir zeigen, zu welchem Grad die Herausforderungen der maschinengenerierten Publikation inzwischen gelöst werden können, wenn Fachleute aus wissenschaftlichen Verlagen mit Computerlinguisten zusammenarbeiten", sagte Projektleiter Christian Chiarcos. "Wir haben dabei auch besser verstanden, welche Erwartungen es auf Seiten der Autoren, Herausgeber, Verlage und Käufer gibt. Und zwar sowohl in Bezug auf die wissenschaftlichen als auch die wirtschaftlichen Anforderungen."

    Maschinelle Auswahl und Gliederung

    Für die vorliegende Publikation analysierte Beta Writer Textinhalte und wählte relevante Publikationen aus, die zuvor auf der Plattform Springer Link veröffentlicht wurden. Diese wissenschaftlich begutachteten Veröffentlichungen wurden von dem Algorithmus einem ähnlichkeitsbasierten Clustering unterzogen, um die Quelldokumente in zusammenhängende Kapitel und Abschnitte zu gliedern.

    In der Kapitelstruktur wurden prägnante Zusammenfassungen der publizierten Artikel eingefügt und miteinander verflochten. Die extrahierten Textpassagen sind mit Hyperlinks versehen, so dass der Leser eindeutige Verweise auf die Quelldokumente erhält. Automatisch erstellte Inhaltsverzeichnisse und Referenzen sollen die Orientierung innerhalb des Buchprototypen erleichtern. (red, APA, 15.4.2019)

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