Romy 2019: Starparade mit politischen Zwischentönen

    14. April 2019, 09:08
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    Pluhar kritisiert Regierung, Wolf warnt vor Abschaffung der ORF-Gebühren, Mojto und Madani sprechen Migrationspolitik an

    Wien – Routiniert glanzvoll ist am Samstagabend die Verleihung der "Kurier Romy"-Fernsehpreise über die Bühne gegangen. Die Trophäe wurde bereits zum 30. Mal vergeben, und auch zum Jubiläum gab es eine Star-Parade mit politischen Zwischentönen. Flüchtlings- und ORF-Politik wurden heuer in den Dankesreden angesprochen. Deutliche Regierungskritik übte Schauspielerin Erika Pluhar.

    Sie wurde mit der Platin-Romy für ihr Lebenswerk ausgezeichnet. Und sie konstatierte: "Nirgendwo ging und geht es Menschen so gut wie bei uns." Trotzdem "gelingt es unserer derzeitigen Regierung" und anderen Akteuren, "mit Werten, die ständig zitiert und gleichzeitig verraten werden", sich einer "menschenverachtenden Gesinnung wieder zuzuneigen und damit Erfolg zu haben. Weil man den Menschen Angst macht. Sie glauben lässt, es ginge ihnen immer schlechter."

    Der Akademie-Preis in Platin für das Lebenswerk ging an den TV-Produzenten Jan Mojto. Er erinnerte in seiner Rede an seine Flüchtlingsbiografie, Mojto war aus der Tschechoslowakei emigriert. "Heimatlos, mittellos, sprachlos" sei er damals gewesen. "Ähnliche Menschen klopfen heute an die Tore Europas. Und wer weiß, vielleicht sind da zukünftige Romy-Preisträger." Proschat Madani, vom Publikum zur beliebtesten Serienschauspielerin ("Walking on Sunshine") gekürt, erklärte: Ein Erfolg wie ihrer sei nur möglich, "weil es mehr Leute gegeben hat, die an mein Potenzial geglaubt haben, als jene, die Vorurteile haben, weil ich fremd bin. Ich würde mir sehr wünschen, dass das heute auch so wäre."

    Strache als "Wahlhelfer"

    Für pointierte medienpolitische Ansagen garantierte die Wahl von Armin Wolf zum Publikumsliebling in der Kategorie Information: Der "Zeit im Bild 2"-Moderator sagte, FPÖ-Obmann und Vizekanzler Heinz-Christian Strache habe "letztes Jahr auf Facebook sehr viel Werbung für mich gemacht" und sei daher sein "Wahlhelfer".

    Beliebteste Schauspielerin in der Kategorie Kino/TV-Film wurde Marie Bäumer, die in "Drei Tage in Quiberon" die Namensgeberin des Preises, Romy Schneider, verkörperte. Als beliebtester Serienschauspieler machte Philipp Hochmair das Rennen, in der Kategorie Show und Unterhaltung Horst Lichter ("Bares für Rares"). Die Romy in der Kategorie Film nahm Thomas Stipsits entgegen. In der Kategorie Sport siegte Alina Zellhofer, erste Moderatorin von "Sport am Sonntag".

    Zu weiteren am Samstagabend verliehenen Akademiepreisen zählte die Sky-Produktion "Das Boot" (Regie: Andreas Prochaska) mit dem Preis der Jury, der "Kurier des Kaisers" als beste Programmidee und der "TV-Moment des Jahres", für den Ausnahmesportler Marcel Hirscher beim Schladminger Nachtslalom sorgte.

    Die Romy-Preisträger 2019

    • Platin-Romy Erika Pluhar
    • Akademie-Platin-Romy Jan Mojto
    • Beliebteste Schauspielerin Kino/TV-Film Marie Bäumer
    • Beliebtester Schauspieler Kino/TV-Film Thomas Stipsits
    • Beliebteste Schauspielerin Serie/Reihe Proschat Madani
    • Beliebtester Schauspieler Serie/Reihe Philipp Hochmair
    • Information Armin Wolf
    • Show/Unterhaltung Horst Lichter
    • Sport Alina Zellhofer
    • TV-Moment des Jahres Nachtslalom Schladming / Marcel Hirscher
    • Bester TV-Film "Unterwerfung" (Clemens Schaeffer, Titus Selge)
    • Bester TV-Film "Das Wunder von Wörgl" (Dieter Pochlatko, Jakob Pochlato)
    • Bester Produzent TV-Fiction Quirin Berg, Dieter Pochlatko, Jakob Pochlatko ("Der Pass")
    • Beste Regie TV-Fiction Barbara Eder (Tatort – Her mit der Marie)
    • Bestes Buch TV-Fiction Oliver Kienle (Bad Banks)
    • Beste TV-Doku "Mount Everest – Der letzte Schritt" (Reinhold Messner)
    • Beste Bildgestaltung TV-Fiction:Martin Gschlacht ("M – Eine Stadt sucht einen Mörder")
    • Bester Kino-Film (Akademie) "Love Machine" (Helmut Grasser, Andreas Schmied)
    • Beste Produktion Kino-Film "Womit haben wir das verdient" (Thomas Hroch)
    • Beste Produktion Kino-Film "Zerschlag mein Herz" (Konstantin Seitz)
    • Beste Regie Kino-Film "Der Junge muss an die frische Luft" (Caroline Link)
    • Bestes Buch Kino-Film "100 Dinge" (Florian David Fitz)
    • Beste Bildgestaltung Kino-Film "Der Junge muss an die frische Luft" (Judith Kaufmann)
    • Beste Kino-Doku "#Femalepleasure" (Philip Delaquis, Arek Gielnik)
    • Bestes Kurzformat Digital "Der Lack ist ab"
    • Beste Programmidee "Kurier des Kaisers"
    • Bester Nachwuchs weiblich Sophie Stockinger ("Grenzland", "L’Animale")
    • Bester Nachwuchs männlich Julius Weckauf ("Der Junge muss an die frische Luft")
    • Preis der Akademie Stefan Meining, Astrid Harms ("Missbrauch in der katholischen Kirche – eine Frau kämpft um Aufklärung")
    • Preis der Jury "Das Boot"
    • Beste TV-Serie "Der Pass" (Cyrill Boss, Philipp Stennert, Christine Scheil, Frank Jastfelder, Quirin Schmidt)
    • Jubiläums-Romy 15 Jahre "Cafe Puls" (Bianca Schwarzjirg, Johanna Setzer, Florian Danner, Andi Seidl)
    • Beste Programmidee "Kurier des Kaisers"
    • Beste Programmidee (Akademie) "Prism is a Dancer" (Philipp Käßbohrer, Jan Böhmermann )
      (red, 14.4.2019)
    • Gegen das "Angstmachen": Erika Pluhar.
      foto: apa/hans punz

      Gegen das "Angstmachen": Erika Pluhar.

    • Publikumsliebling Madani: "Menschen haben an mein Potenzial geglaubt."
      foto: apa/hans punz

      Publikumsliebling Madani: "Menschen haben an mein Potenzial geglaubt."

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