Geldwäscherichtlinien bei Sammlung Batliner kein Thema

    13. April 2019, 12:00
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    Blümel: Gegen Einmischung der Politik in die künstlerische Gestaltung der Häuser

    Wien – Die seit 2007 in der Albertina gastierende Sammlung Batliner war dieser Tage Thema im Parlament. Nicht nur im Rechnungshofausschuss, auch als Gegenstand einer parlamentarischen Anfragebeantwortung. Letztere beschäftigte sich auch mit der beruflichen Vergangenheit Herbert Batliners als Treuhänder vermögender Krimineller und seiner Involvierung in "zahlreiche Steuerhinterziehungsverfahren".

    Ob Minister Gernot Blümel davon Kenntnis habe und ausschließen könne, dass Werke der Sammlung "mit hinterzogenem Steuergeld" finanziert wurden, wollte die Liste Jetzt etwa wissen. Und auch, ob die Einhaltung von Geldwäscherichtlinien überhaupt gewährleistet sei. Die ernüchternde Sammelantwort: Derlei betreffe "keinen Gegenstand der Geschäftsführung der Bundesregierung".

    Die Fragen zur Überprüfung der Herkunft der Kunstwerke beantwortete das Ministerium namens der Albertina. Demnach sei "der überwiegende" Teil "über namhafte Händler und Galeristen" erworben worden, die "ihrerseits Provenienzforschungen betrieben" hätten. Bei den als Fälschungen entlarvten Werken war dies jedoch offenkundig nicht der Fall.

    Mehr als 58.000 Euro für Untersuchungen

    Im Rechnungshofausschuss wurden erstmals Hinweise auf die von der Albertina für die Untersuchung von 32 Bildern übernommenen Kosten bekannt. Laut Renate Landstetter, wirtschaftliche Geschäftsführerin der Albertina, wären für Untersuchungen in London 50.000 Pfund (rd. 58.000 Euro) angefallen, sowie jeweils 2000 bis 3000 Euro für mehrere kleinere in Wien. Eine Gesamtsumme, die auch Transporte, aliquote Versicherungsprämien und die Überprüfung in Zürich inkludierte, konnte sie nicht benennen.

    Wolfgang Zinggl (Liste Jetzt) sieht den Bedarf an Richtlinien für Dauerleihgaben, etwa auch im Hinblick auf Hans-Peter Haselsteiners Gastspiel seines Anteils an der Sammlung Essl bis 2044: "Um den öffentlichen Nutzen mit dem damit verbundenen finanziellen Aufwand unter Einhaltung der Grundsätze Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit in Einklang zu bringen". Er biss auf Granit. Blümel ließ durchblicken, er stelle sich gegen eine Einmischung der Politik in die künstlerische Gestaltung der Häuser. (Olga Kronsteiner, 13.4.2019)

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