41 Frauenmorde im Vorjahr, starker Rückgang bei Betretungsverboten

    12. April 2019, 14:13
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    Neos kritisieren Rückgang an Schutzmaßnahmen – Unter Tatverdächtigen dominieren EU-Bürger

    Wien – 73 Menschen sind im Jahr 2018 in Österreich ermordet worden, 41 Opfer waren dabei laut Statistik des Innenministeriums weiblich. Insgesamt kam es zu 13.670 Gewaltdelikten gegen Frauen, wobei 12.638 vollendet und 1.032 versucht wurden.

    Ausgang für die Zahlen – die offizielle Kriminalstatistik für das Jahr 2018 wurde noch nicht veröffentlicht – ist eine Anfrage der Neos an Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) über "Statistische Erhebungen zu häuslicher Gewalt". Demnach wurden 13.811 Tatverdächtige bei Gewaltdelikten gegen Frauen ausgeforscht. Die größte Gruppe der Verdächtigen stellten mit 8.859 österreichische Staatsbürger. Weiters gab es gegen 581 türkische Staatsbürger, 574 Serben und 403 Rumänen entsprechende Anzeigen.

    Von den insgesamt 14.952 weiblichen Opfern der strafbaren Handlungen gegen Leib und Leben waren 10.011 österreichische Staatsbürgerinnen, 2.297 Staatsbürgerinnen anderer EU-Staaten und 2.644 Drittstaatsangehörige. Im Jahr 2018 wurden zudem 3.640 strafbare Handlungen verzeichnet, die gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung von Frauen verstoßen, davon 872 Vergewaltigungen.

    EU-Bürger dominieren bei Opfern und Tatverdächtigen

    Von den 3.154 Tatverdächtigen der strafbaren Handlungen gegen die sexuelle Integrität und Selbstbestimmung gegen Frauen waren 1.971 österreichische Staatsbürger, 423 aus anderen EU-Staaten sowie 760 Drittstaatsangehörige. Bei den 4.168 weiblichen Opfern handelte es sich um 3.183 österreichische Staatsbürgerinnen, 598 EU-Bürgerinnen aus anderen Staaten und 387 Drittstaatsangehörige.

    7.407-mal wurde in Österreich 2018 von der Polizei ein Betretungsverbot ausgesprochen. Laut Neos entspricht dies einem Rückgang von 25 Prozent. "Dabei sind gerade Betretungsverbote enorm wichtig, denn sie sind der erste Schritt, damit sich Gewaltopfer wieder in den eigenen vier Wänden sicher fühlen können", sagte Neos-Sprecherin für Inneres Stephanie Krisper. Die Partei will nun in einer Folgeanfrage wissen, wie es zu diesem Rückgang kam. (APA, 12.4.2019)

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