Wie es zu Leukämie-Rückfällen kommt

    15. April 2019, 06:00
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    Ein internationales Forscherteam hat herausgefunden, welche genetischen Veränderungen dazu führen, dass trotz Knochenmarktransplantation die Erkrankung wiederkehrt

    Durch die Immuntherapie, die sogenannte Knochenmarkstransplantation, sind viele Arten von Leukämie gut behandelbar und auch heilbar geworden. Die Vorgehensweise: Nach einer Chemotherapie oder Bestrahlung werden blutbildende Stammzellen übertragen, die sich zu Effektorzellen entwickeln und eventuell verbliebene Tumorzellen vernichten können.

    Etwa ein Drittel der Patienten erleiden einen Rückfall, da die Effektorzellen nicht alle verbliebenen Tumorzellen erkennen und abtöten. Dass etwa ein Viertel dieser Rückfälle darauf zurückzuführen ist, dass das Genom der Tumorzellen dauerhaft verändert ist, konnte bereits in früheren Studien bestätigt werden. Neu ist die Erkenntnis, dass für die restlichen Dreiviertel der Rückfälle ein regulierbarer Gendefekt verantwortlich ist.

    Medikamentös gegensteuern

    "Diese Veränderungen betreffen die Immunantwort und lassen sich in zwei große Gruppen einteilen. Entweder sind Gene betroffen, die von den Effektorzellen erkannt werden, oder sie hemmen ihre Aktivität", sagt Katharina Fleischhauer, Leiterin des Instituts für Zelltherapeutische Forschung am Uniklinikum Essen. Gleich ist in beiden Fällen, dass die Leukämiezellen nicht zerstört werden und der Patient einen Rückfall erleidet.

    Die Forscher konnten nun in ersten Laborversuchen zeigen, dass es möglich ist, den neu entdeckten Genveränderungen medikamentös gegenzusteuern. Sie hoffen, dass Zytokine oder Immun-Checkpoint-Inhibitoren, die bereits in anderen Bereichen der Immuntherapie klinisch eingesetzt werden, auch bei Leukämie-Rückfällen wirksam sein könnten. (red, 15.4.2019)

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