Günstig tanken wird in Deutschland zum Lotteriespiel

12. April 2019, 14:04
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Die Preise werden beim großen Nachbarn an ein und derselben Zapfsäule mehrmals am Tag nach oben angepasst, in Österreich nur einmal

Frankfurt/Wien – Deutsche Urlauber tanken bevorzugt in Österreich. Auch Lkw-Fahrer steuern mit Vorliebe Zapfsäulen in Österreich an. Der Grund: Treibstoffe sind hierzulande deutlich günstiger als im Nachbarland. Zudem ist es für preisbewusste Autofahrer einfacher, den Überblick zu behalten, wann wo getankt werden soll.

An deutschen Tankstellen werden die Preise für Benzin und Diesel im Tagesverlauf bis zu fünfmal angehoben. Ökonomen der Goethe-Universität Frankfurt am Main haben nun ein neues Preismuster entdeckt. Sie haben festgestellt, dass der Sprit am Vormittag ein weiteres Mal verteuert wird.

Dass die Benzinpreise an den Tankstellen auch innerhalb eines Tages stark schwanken, ist bekannt. Zuletzt wurden die Preise typischerweise in der Früh, mittags, nachmittags und abends kräftig erhöht und dazwischen wieder schrittweise verringert. Seit Anfang April erhöhen die Tankstellen zwischen Kiefersfelden und Flensburg allerdings am Vormittag ein weiteres Mal die Preise für Benzin und Diesel.

Preise variieren an einer Tankstelle um bis zu zehn Cent

Aus diesem Grund haben sich auch die Tageszeiten, zu denen günstig getankt werden kann, verändert. Am günstigsten tanken Verbraucher jeweils vor den Preiserhöhungsrunden, also typischerweise zwischen neun und zehn Uhr, 12 und 13 Uhr, 15 und 16 Uhr sowie 20 und 21 Uhr. Die Preisschwankungen innerhalb eines Tages liegen an ein und derselben Tankstelle bis zu zehn Cent pro Liter.

Die regelmäßigen Preiszyklen kommen dadurch zustande, dass die Tankstellen nach Angaben der Ökonomen durch gegenseitiges Unterbieten versuchen, die Kunden von der Konkurrenz abzuwerben. Sobald ein niedriges Preisniveau erreicht ist, lohnt sich das Unterbieten nicht mehr. Es folgt eine starke Preiserhöhung und das Spiel beginnt aufs Neue.

In Österreich ist Sprit kurz vor Mittag am billigsten

In Österreich tankt man am besten kurz vor zwölf Uhr Mittag, weiß der ÖAMTC. Denn die Tankstellen dürfen nur ein Mal pro Tag – und zwar um zwölf Uhr Mittag – die Preise anheben. Von da an sinken die Preise, abhängig von der Konkurrenzlage der jeweiligen Tankstelle, wieder bis um zwölf Uhr am nächsten Tag. Dann schraubt der Tankstellenbetreiber den Preis wieder hinauf und beobachtet die Mitbewerber. (AFP, stro, 12.4.2019)

  • Mehrmals täglich werden die Preise an den Zapfsäulen angepasst. Wer den richtigen Zeitpunkt zum Tanken findet, kann sich pro Liter an ein und derselben Tankstelle bis zu zehn Cent ersparen.
    foto: dpa/hildenbrand

    Mehrmals täglich werden die Preise an den Zapfsäulen angepasst. Wer den richtigen Zeitpunkt zum Tanken findet, kann sich pro Liter an ein und derselben Tankstelle bis zu zehn Cent ersparen.

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