Uber fährt an die Börse. Gewinnaussichten? Vielleicht nie

    12. April 2019, 07:55
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    Der Taxischreck aus den USA hat formell seinen Börsengang beantragt, es könnte einer der größten der Finanzgeschichte werden

    San Francisco – Der US-Mitfahrdienst Uber, Schreckgespenst der eingesessenen Taxiinnungen rund um den Globus, hat formell seinen Börsengang beantragt und dabei erstmals auch einen umfassenderen Geschäftseinblick gewährt. Wie aus den bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereichten Unterlagen hervorgeht, hatte das aus Kalifornien stammende Unternehmen 91 Millionen Nutzer per Ende 2018. Uber warnte aber, dass es "womöglich keine Profitabilität erreichen" werde – sprich, wegen des Konkurrenzdrucks vielleicht niemals Gewinn machen werde. Auch rechnet der Konzern mit einem "erheblichen Anstieg" der Betriebskosten in absehbarer Zukunft.

    Uber will seine Aktien an der New York Stock Exchange unter dem Tickerkürzel "UBER" listen lassen. Zum Volumen des Börsengangs wurden keine konkreten Angaben gemacht. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete kürzlich unter Berufung auf Insider, Uber plane, Aktien im Wert von rund zehn Milliarden Dollar (8,9 Milliarden Euro) zu verkaufen. Das Unternehmen würde so mit 90 bis 100 Milliarden Dollar bewertet. Es wird damit gerechnet, dass Uber Anfang Mai sein Börsendebüt feiert.

    Rivale Lyft seit Ende März an der Börse

    Erst Ende März hatte sich Rivale Lyft auf das Parkett gewagt. Uber könnte einen der größten Börsengänge der Finanzgeschichte und das am höchsten taxierte Debüt seit 2014 stemmen, als der chinesische Online-Riese Alibaba an die New York Stock Exchange ging.

    Der US-Fahrdienst-Vermittler nimmt aber mit deutlich gebremstem Wachstum und weiterhin tiefroten Zahlen Kurs auf die Börse. Im Fahrdienst-Kerngeschäft stagnierte der Umsatz in den letzten drei Quartalen 2018 bei 2,3 Mrd. Dollar (2 Mrd. Euro). Uber war lange für aggressives Wachstum bekannt und legte sich weltweit mit Taxi-Branche und Behörden an.

    Schwarze Zahlen durch Sondererlös

    Der gesamte Uber-Umsatz wuchs im vergangenen Jahr um 42 Prozent auf 11,3 Mrd. Dollar. Unterm Strich gab es auch einen Jahresgewinn von knapp einer Milliarde Dollar. Diese schwarzen Zahlen kamen allerdings nur durch einen Sondererlös aus dem Verkauf von Teilen des internationalen Geschäfts im ersten Vierteljahr 2018 zustande, der für einen Quartalsgewinn von 3,75 Mrd. Dollar sorgte.

    In den restlichen Quartalen des Jahres schrieb Uber nur Verluste: Zweimal rund 890 Mio. Dollar sowie fast eine Milliarde Dollar. Beim Jahresergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen fiel ein Minus von 1,85 Mrd. Dollar an.

    Auch davor hatte Uber tiefrote Zahlen geschrieben: 2017 gab es einen Verlust von gut 4 Mrd. Dollar. Wie bei Börsengängen noch mit Verlust arbeitender Unternehmen in den USA üblich, warnte Uber in dem Prospekt, dass man es möglicherweise nicht schaffen werde, die Gewinnzone zu erreichen. Solche Standard-Risikowarnungen hatten aber unter anderem auch Twitter und der Snapchat-Betreiber Snap sowie zuletzt der Uber-Rivale Lyft und die Fotoplattform Pinterest in ihren Börsenprospekten gehabt. (Reuters, red, 12.4.2019)

    • Das US-Unternehmen Uber steht vor seinem Börsendebut. Ende 2018 nutzten 91 Millionen Menschen die Dienste des Fahrdienstvermittlers.
      foto: reuters

      Das US-Unternehmen Uber steht vor seinem Börsendebut. Ende 2018 nutzten 91 Millionen Menschen die Dienste des Fahrdienstvermittlers.

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