Handytarife: Mehr Roamingsperren, versteckte Verteuerung bei Wertkarten

    11. April 2019, 10:34
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    Preise blieben für die meisten österreichischen Nutzer aber gleich oder sanken, Anzahl der Tarife ging zurück

    Wer mit dem Handy telefoniert und surft, der kann das heute in der Regel etwas günstiger tun, als noch vor einem Jahr. Allerdings wurde es für manche Nutzer auch etwas teurer und es gab auch versteckte Preiserhöhungen. Die Anzahl der Tarife, die nur teilweise oder gar nicht im EU-Ausland nutzbar sind, nahm zu außerdem zu.

    Das sind die Kern-Erkenntnisse einer neuen Analyse des österreichischen Mobilfunkmarktes durch die Arbeiterkammer. Berücksichtigt wurden bei der Preiskalkulation die Angebote von 25 Telekomfirmen. Doch der Reihe nach.

    Intensivnutzer zahlen nun deutlich weniger

    Betrachtet wurden neben dem Gesamtangebot auch die Kosten für User mit wenig mobilem Kommunikationsbedarf. Für erstere Gruppe stiegen die Preise um insgesamt rund vier Prozent, was allerdings nur auf Veränderungen bei einem kleinen Teil der Angebote zurückzuführen ist.

    Für Mobilfunkkunden, deren Bedarf an Telefonie, SMS und Datenvolumen im Mittelfeld liegt, wurde es um neun Prozent billiger, Wer viele Gesprächsminuten, SMS und Daten benötigt, steigt hingegen sogar um 26,3 Prozent günstiger aus.

    Neun Tarife komplett ohne Roaming

    Die Anzahl der Tarife am Gesamtmarkt sank von 194 auf 184. Es gibt nun zudem mehr Tarife, die im EU-Ausland nur teilweise (kein Datenroaming) oder gar nicht genutzt werden können. Waren es im Vorjahr 29, so stellte man per Stichdatum Jänner 2019 schon 37 solcher Angebote fest. Bei neun davon ist neben Datenroaming auch der Verbrauch von Gesprächsminuten und SMS nur im Inland möglich. Roamingbeschränkungen betreffen nach wie vor hauptsächlich Wertkartenangebote.

    Die Anzahl der Anbieter blieb gleich. Der Rückzug der Eigenmarken der Elektronikhändler Saturn und Mediamarkt wurde durch den Neuzugang von Mtel und Tchibo "kompensiert".

    Einige Prepaid-Tarife per Umweg teurer

    Die großen Betreiber – A1, T-Mobile und "3" – haben bei ihren Vertragsangeboten die Grundgebühren um 90 Cent bis drei Euro angehoben. Allerdings wurden auch die Kontingente vergrößert – also etwa das Datentransfervolumen angehoben oder SMS und Minuten auf unlimitierten Verbrauch umgestellt. Die Anmeldgebühren blieben bei "3" und T-Mobile unverändert bei rund 70 Euro, A1 hob sie von 30 auf 40 Euro an.

    Versteckte Preiserhöhungen ortete man bei Wertkartentarifen. Bei fünf von 13 Paketen änderte sich zwar nichts am Grundpreis und Einheitenkontingent, das Gültigkeitsintervall wurde jedoch von 30 auf 28 Tage verkürzt. Damit ist eine zusätzliche Aufladung im Jahr notwendig, was umgerechnet einer Verteuerung von acht Prozent entspricht. (red, 11.04.2019)

    Die für die Nutzergruppen angenommenen Kontingente:

    Wenignutzer – 100 Minuten, 20 SMS bzw. 150 Minuten, 20 SMS, 1 GB

    Durchschnitt – 169 Minuten, 18 SMS, 5,1 GB

    Vielnutzer – 1.000 Minuten, 1.000 SMS, 15 GB

    • Nutzer mit hohem Bedarf an Gesprächsminuten, SMS und Daten sind die Gewinner der Preisentwicklungen im Jahr 2018.
      foto: reuters

      Nutzer mit hohem Bedarf an Gesprächsminuten, SMS und Daten sind die Gewinner der Preisentwicklungen im Jahr 2018.

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