Widerliche Themen in "Willkommen Österreich": Klassisch österreichisch

10. April 2019, 15:38
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Die laufende Debatte über die Schnittmengen der FPÖ mit rechtsaußen ist ein gefundenes Futter für Satiriker

Satire ist Psychohygiene für das Volk. Dass die laufende Debatte über die Schnittmengen der FPÖ mit rechtsaußen ein gefundenes Futter für Satiriker ist, war klar. "Was war das für ein Eierlauf?", fragte Dirk Stermann am Dienstag bei Willkommen Österreich.

Er meinte die letzte Woche und die ständige Distanzierung der FPÖ von den Identitären, "obwohl sie teilweise in einer Wohnung zusammenwohnen". Auch Kanzler Sebastian Kurz bekam sein Fett ab für den im Brustton der Empörung getätigten Sager, die Identitären seien "widerlich". Hätte man einen Mann wie Kurz in den 1930er-Jahren gehabt, konstatierte Stermann, "der einfach gesagt hätte, 'Jungs, das ist widerlich', dann hätten wir uns diesen ganzen Nazischeiß ersparen können".

Um Rechtsextreme ging es dann auch bei Maschek. Sie ließen Marcel Hirscher, Peter Schröcksnadel, Kurz und Heinz-Christian Strache mit dem schreienden Sportreporter Ernst Hausleitner Paintballspiele, Identitätsprobleme und Hannibals Schattenarmee erörtern. Strache wurde herzlich von Hausleitner begrüßt: "Vom Neonazi zum Sportminister, eine typisch österreichische Karriere, würd ich sagen."

"Eine klassische österreichische Lösung", fand der ÖSV-Präsident: "Skilifte gegen Rechtsradikalismus." In der Gondel, so zeigte Innenminister Herbert Kickl im Gebirgspanorama vor, könne man die Bevölkerung lückenlos von oben überwachen und sehen, ob ein Hannibal über die Alpen kommt. Ein Minister, der hauptsächlich viel mit der Gondel fährt: Vielleicht wäre das gar nicht das Schlechteste. (Colette M. Schmidt, 10.4.2019)

  • Christoph Grissemann und Dirk Stermann.
    foto: orf

    Christoph Grissemann und Dirk Stermann.

  • David Garrett und Sibylle Berg waren zu Gast.
    foto: orf

    David Garrett und Sibylle Berg waren zu Gast.

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