Pakistans Premier Khan will keine Milizen mehr dulden

    10. April 2019, 14:46
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    Bewaffnete Gruppen sollen nicht mehr operieren dürfen

    Islamabad – Der pakistanische Premier Imran Khan will einem Medienbericht zufolge keine bewaffneten Gruppen mehr im Land dulden. Man habe für die Zukunft beschlossen, es bewaffneten Milizen nicht mehr zu erlauben, zu operieren, sagte Khan der "New York Times" in Islamabad. Die pakistanische Armee habe sie geschaffen, zitierte die Zeitung Khan am Dienstag (Ortszeit).

    Er bezieht sich damit dem Bericht zufolge auf die 1980er-Jahre, als Pakistan und die USA muslimische Aufständische gegen die Sowjetarmee in Afghanistan unterstützten. "Heute aber haben diese Gruppen keinen Zweck mehr", sagte Khan.

    Mehrere Länder hatten Pakistan in der Vergangenheit vorgeworfen, zu wenig im Kampf gegen Terrorismus und bewaffnete Gruppen zu tun. US-Präsident Donald Trump sagte im Vorjahr, Pakistan biete jenen Terroristen Zuflucht, die die USA in Afghanistan jagten. Auch Neu Delhi warf Islamabad immer wieder vor, nicht genug gegen Terrorgruppen zu tun, die Anschläge in Indien verüben. Die pakistanische Regierung hatte die Vorwürfe zurückgewiesen.

    Massive Gewalt

    Auch Pakistan selbst litt unter massiver Gewalt durch extremistische Gruppen, die gegen den Staat agierten. Viele ihrer Mitglieder hatten davor in Afghanistan gekämpft oder waren vom Kampf der Mujahedin im Nachbarland inspiriert worden.

    Laut pakistanischem Innenministerium gibt es fast 70 terroristische und extremistische Gruppen im Land. Khan versprach der "New York Times" zufolge, die neue Offensive gegen die Gruppen sei weitreichender, als in der Vergangenheit.

    Beobachter sehen hinter der Ankündigung auch wirtschaftlichen Druck. Das Land droht im Herbst wegen nicht ausreichender Kontrolle im Bereich Terrorfinanzierung auf die "schwarze Liste" der Financial Action Task Force (FATF), der internationalen Arbeitsgruppe gegen Geldwäsche, zu landen. Das würde dem finanziell schwer angeschlagenen Staat die Kreditaufnahme auf den Finanzmärkten deutlich erschweren. Islamabad verhandelt derzeit mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) um eine Milliardenhilfe. (APA, 10.4.2019)

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