Saudis setzen im Jemen-Krieg Eurofighter und Tornados ein

    10. April 2019, 15:34
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    Deutsche Regierung gibt erstmals zu, dass europäische Kampfjets Angriffe und Aufklärungseinsätze fliegen

    Hamburg – In einer als geheim eingestuften Sitzung des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags wurde vergangene Woche berichtet, dass Saudi-Arabien im Krieg gegen Rebellen im Jemen in Europa gefertigte Kampfflugzeuge der Typen Tornado und Eurofighter einsetzt.

    Dies hätten deutsche Nachrichtendienste festgestellt, melden NDR, WDR und Süddeutsche Zeitung. Bisher hatte die Regierung stets dementiert, Hinweise auf solche Einsätze zu haben. Noch im Februar hatte Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) erklärt, er habe "keine Erkenntnisse", dass im Jemen deutsche Rüstungstechnologie eingesetzt werde.

    Regierungssprecherin schweigt

    Auch in diesem Fall wollte eine Sprecherin auf Nachfrage keine Details nennen: Man äußere sich bei diesem Thema "grundsätzlich nur gegenüber den zuständigen, geheim tagenden Gremien des Deutschen Bundestags".

    Im März vor vier Jahren griff eine von Saudi-Arabien angeführte Militärkoalition in den Bürgerkrieg im Jemen ein. Sie kämpft auf der Seite der international anerkannten Regierung von Präsident Abed Rabbo Mansur Hadi. Zuvor hatten die vom Iran unterstützten Houthis die Hauptstadt Sanaa und große Teile des Nordjemen eingenommen.

    4.600 Zivilisten getötet

    Durch Luftangriffe der saudischen Koalition sind UN-Angaben zufolge fast 4.600 Zivilisten getötet worden. Insgesamt kamen etwa 7.000 Zivilisten ums Leben.

    Der US-Kongress stimmte Anfang April für eine Resolution, die die US-Unterstützung für die von Saudi-Arabien geführte Militäroperation im Jemen beenden soll. Es ist allerdings zu erwarten, dass Präsident Donald Trump ein Veto dagegen einlegen wird.

    US-Außenminister Mike Pompeo äußerte die Ansicht, dass ein Ende der US-Unterstützung für die Operation nicht der richtige Weg sei, um etwas an der schweren humanitären Krise im Jemen zu ändern. Stattdessen müsse man der Koalition die notwendige Unterstützung dafür geben, die vom Iran unterstützten Rebellen zu besiegen und für Frieden im Jemen zu sorgen. (bed, 10.4.2019)

    • Auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Marham wird ein Tornado startklar gemacht.
      foto: apa/afp/pool/philip coburn

      Auf dem britischen Luftwaffenstützpunkt Marham wird ein Tornado startklar gemacht.

    • Am 7. April traf ein Luftangriff der Saudi-geführten Koalition eine Schule in der Hauptstadt Sanaa, elf Zivilisten kamen ums Leben.
      foto: apa/afp/mohammed huwais

      Am 7. April traf ein Luftangriff der Saudi-geführten Koalition eine Schule in der Hauptstadt Sanaa, elf Zivilisten kamen ums Leben.

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