Klagenfurter Busfahrer an Masern erkrankt, Busverkehr eingestellt

    10. April 2019, 13:57
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    Fahrer hatte an Tagen vor Ausbruch der Krankheit Dienst – Zwei weitere Verdachtsfälle gemeldet

    Klagenfurt – Der Klagenfurter Busverkehr ist am Mittwoch wegen eines Masernfalls beim Personal eingestellt worden. "Momentan sind alle Busse eingezogen, wir werden sie zwei Stunden lang durchlüften und desinfizieren, damit wir garantieren können, dass nichts passieren kann", erläuterte Gernot Weiss von den Klagenfurter Stadtwerken dem STANDARD.

    Das zuständige Stadtwerke-Unternehmen teilte in einer Aussendung mit, dass vor einer Woche ein Busfahrer erkrankt war. Vor dem Ausbruch seiner Masernerkrankung hatte er noch am 1. und 2. April Dienst versehen. Er könnte Fahrgäste, aber auch Kollegen angesteckt haben.

    Ein zweiter Busfahrer wird vorerst als Verdachtsfall geführt. Zwei weitere Masernfälle in Kärnten – eine Handelsangestellte und ein vierjähriges Kind – wurden am Abend vonseiten des Landes bestätigt. Damit gab es drei vorerst bestätigte und einen Masern-Verdachtsfall.

    Magistrat verfügte Stopp für öffentlichen Verkehr

    Um eine Verbreitung der Krankheit zu verhindern, wurde der zwischenzeitliche Stopp für den öffentlichen Verkehr in der Landeshauptstadt vom Gesundheitsamt des Magistrats verfügt. Es wurde begonnen, den Impfstatus aller Buslenker zu überprüfen. "Sobald eine Ansteckungsgefahr für die Fahrgäste ausgeschlossen werden kann, wird der Fahrbetrieb sukzessive wiederaufgenommen", hieß es.

    Man lasse am Mittwoch dann zunächst Busfahrer, die gegen Masern geimpft sind oder bereits Masern hatten, Dienst versehen, teilte Weiss weiter mit. Gefahr für Fahrgäste, die davor in Klagenfurter Bussen unterwegs gewesen seien, bestehe nicht. Wie viele Passagiere von dem Ausfall betroffen waren, konnte Weiss nicht abschätzen.

    Zwei weitere Fälle seit Anfang April

    "Personen mit Masernverdacht sollten zu Hause bleiben und ihren Hausarzt telefonisch vom Verdacht informieren", heißt es in der schriftlichen Stellungnahme der Kärntner Landeshauptstadt. Ein erhöhtes Risiko bestehe für Personen, die keine oder nur eine Masernimpfung im Laufe ihres Lebens erhalten haben und Masern noch nicht durchgemacht haben.

    Kärntens Gesundheitsreferentin Beate Prettner (SPÖ) hat am Mittwoch angesichts bekanntgewordener Masernfälle im Bundesland einen "dringenden Aufruf" zum Impfen an die Bevölkerung gerichtet. In der Aussendung des Landespressediensts ist von bisher drei erkrankten Personen die Rede.

    Bei einer Supermarktangestellten bestand laut einem Hautarzt, der sich ihren Ausschlag angesehen hatte, dringender Verdacht auf Masern. Eine Laborbestätigung gab es zunächst nicht. Die Frau könnte in ihrer Arbeitsstelle, beim Eurospar-Supermarkt in Ferlach, Kunden angesteckt haben. Sie hat dort während der infektiösen Periode von 3. bis 6. April Dienst gehabt. Auch bei einem vierjährigen Kind war von einem Verdachtsfall die Rede. Das Kind werde nicht in einem Kindergarten betreut, hieß es. (APA, spri, 10.4.2019)

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