Wettbewerbshüter ermitteln gegen Amazon: Marktbefragung gestartet

    9. April 2019, 19:03
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    Mehrere 100 Auskunftsverlangen an die umsatzstärksten Händler durch BWB verschickt – Ermittlungen in Österreich laufen in engem Kontakt mit deutschem Bundeskartellamt

    Die Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) hat im Ermittlungsverfahren gegen den US-amerikanischen Online-Händler Amazon nun eine Marktbefragung gestartet. "Es wurden mehrere 100 Auskunftsverlangen an die umsatzstärksten Händler durch die BWB ausgesandt", hieß es am Dienstag.

    "Die Ermittlungen der BWB gehen zügig voran. Nach Auswertung der Marktbefragung und Gesprächen mit Amazon wird eine erste Einschätzung der Sachlage möglich sein", sagte BWB-Generaldirektor Theodor Thanner.

    Untersuchung seit Februar

    Die BWB eröffnete Mitte Februar ein Ermittlungsverfahren gegen Amazon. Die Wettbewerbshüter reagierten damit auf zahlreiche Beschwerden österreichischer Händler, die vom Handelsverband im Dezember 2018 eingereicht wurden. In den Beschwerden war die Rede von unbegründeten und plötzlichen Sperren von Händlerkonten sowie von der Verpflichtung, die Einkaufspreise offenzulegen. Zudem habe Amazon falsche Lieferangaben hinzugefügt und Produktrankings seien ohne Begründung verloren gegangen.

    Die Bundeswettbewerbsbehörde will mit dem aktuellen Auskunftsverlangen die Marktposition von Amazon feststellen. Außerdem sind die von Amazon gegenüber den Marktplatzhändlern gesetzten Praktiken im Fokus, wie etwa Kontosperren, Ausschluss vom Handel mit bestimmten Produkten bzw. von Produktgruppen, Zustandekommen von Produktrankings, Manipulation betreffend Angaben zur Lieferzeit und Angaben über Einkaufspreise der Händler.

    Die Wettbewerbshüter rechnen mit Ergebnissen der Marktbefragung im Laufe des nächsten Monats. Die derzeitigen Ermittlungen würden in engem Kontakt und Abstimmung mit dem deutschen Bundeskartellamt durchgeführt, hieß es am Dienstag. (APA, 09.04.2019)

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    Amazon

    • Die Untersuchung hat im Februar begonnen.
      foto: afp

      Die Untersuchung hat im Februar begonnen.

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