Übergangspräsident kündigt Neuwahlen in Kasachstan an

    9. April 2019, 10:55
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    Nachfolger von Nasarbajew verspricht freie und faire Wahl

    Astana – Drei Wochen nach dem Rücktritt von Kasachstans langjährigem Staatschef Nursultan Nasarbajew hat sein Nachfolger Neuwahlen angekündigt. Die vorgezogene Präsidentschaftswahl werde am 9. Juni stattfinden, teilte Übergangspräsident Kassim-Jomart Tokajew am Dienstag in einer Fernsehansprache mit. Eigentlich hätte die nächste Wahl in dem zentralasiatischen Land erst im April 2020 stattfinden sollen.

    Der 78-jährige Nasarbajew hatte am 19. März nach rund 30 Jahren als Staatschef überraschend seinen Rücktritt erklärt. Zu seinem Interimsnachfolger wurde der Senatsvorsitzende Tokajew ernannt. Seine erste Amtshandlung war, die Hauptstadt Astana zu Ehren Nasarbajews in Nursultan umzubenennen.

    "Führer der Nation"

    Zur neuen Senatsvorsitzenden wurde Nasarbajews Tochter Dariga Nasarbajewa gewählt, die sich so als mögliche Nachfolgerin ihres Vaters in Stellung brachte. Auch der Ex-Präsident selbst hat mit seinem Titel als "Führer der Nation" und als lebenslanger Vorsitzender des staatlichen Sicherheitsrates weiter großen Einfluss.

    Tokajew versprach seinen Landsleuten eine "ehrliche, offene und faire" Wahl. Von westlichen Wahlbeobachtern wurden Wahlen in Kasachstan bisher allerdings nicht als frei und fair eingestuft. Menschenrechtsorganisationen beklagen zudem eine Unterdrückung der Opposition. (APA, 9.4.2019)

    • Kassim-Jomart Tokajew, Übergangspräsident.
      foto: reuters

      Kassim-Jomart Tokajew, Übergangspräsident.

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