China will Bitcoin-Schürfen komplett verbieten

9. April 2019, 09:53
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Die Volksrepublik will alles aus dem Land verbannen, was mit Kryptowährungen zu tun

Wien – In westlichen Breiten hat die Kryptowährung in jüngerer Vergangenheit mit einigen Aufs und Abs zu kämpfen. Vor einer Woche gab es für die Digitalwährung einen Sprung nach oben (siehe dazu: Totgesagte leben länger: Bitcoin mit großem Kurssprung).

Die älteste und wichtigste Cyber-Devise verteuerte sich gleich um bis zu 23 Prozent. So mancher traute sich da wieder aus der Deckung und dem Bitcoin einen Kursanstieg auf 7.000 Dollar innerhalb der kommenden Monate zu. In China gehen die Uhren anders.

China will das Schürfen von Digitalwährungen wie Bitcoin komplett verbieten. Ein von der Nationalen Entwicklungs- und Reformkommission am Montag veröffentlichter Entwurf setzte das Mining von Kryptowährungen auf die Liste von Aktivitäten, die eingestellt werden sollen, da sie Gesetze und Vorschriften nicht einhalten, unsicher sind, Ressourcen verschwenden oder die Umwelt verschmutzen. Bis zum 7. Mai kann die Öffentlichkeit auf den Entwurf der Kommission reagieren.

Bitcoin entspannt

Es sei keine große Überraschung, dass die Volksrepublik alles aus dem Land zu verbannen versuche oder dingfest machen will, was mit Kryptowährungen zu tun habe, meinen dazu so manche Analysten. Chinesische Krypto-Miner dürften im Falle eines kompletten Verbots gezwungen sein, sich in Nachbarländer umzusiedeln oder ihr Geschäft gänzlich an den Nagel zu hängen, so etwa der deutsche Analyst Timo Emden.

Bemerkenswert wäre ein Verbot auch insofern, als China der größte Hersteller von Spezialrechnern für das Schürfen von Bitcoin weltweit ist. Der staatlichen Zeitung "Securities Times" zufolge spiegelt der Kommissionsentwurf "die Haltung der Industriepolitik des Landes" gegenüber der Kryptowährungsbranche wider. Diese wird seit 2017 argwöhnisch beäugt. Damals fingen die Aufsichtsbehörden damit an, Anbieter zu verbieten und lokale Börsen für Digitalwährungen zu schließen.

Keine Alarmstimmung

Analyst Emden geht davon aus, dass die Ankündigung nach der jüngsten Bitcoin-Rally den Anlegern nicht schmecken dürfte. Mit den Verbotsszenarien des chinesischen Minings würden die Behörden einen empfindlichen Nerv treffen, so seine Einschätzung. Solange das Verbot allerdings noch nicht in trockenen Tüchern sei, dürften Investoren dies nicht überinterpretieren. Derzeit sieht es so aus, als würden sie das auch nicht tun.

Der Preis für ein Bitcoin stieg zu Wochenbeginn zeitweise um gut sieben Prozent auf 5361,80 Dollar. Das war der höchste Stand seit fast fünf Monaten. Aktuell liegt er lediglich um 1,15 Prozent im Minus. (red, 9.4.2019)

  • Eine Bitcoin-Farm in Europa, in China wird viel von der Gerätschaft hergestellt.
    foto: reuters/jemima kelly

    Eine Bitcoin-Farm in Europa, in China wird viel von der Gerätschaft hergestellt.

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