Khashoggi-Mord: USA verhängen Einreiseverbote für 16 Saudis

    9. April 2019, 07:34
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    Verschärfung der Sanktionen gegen Tatverdächtige

    Istanbul/Washington – Im Zusammenhang mit der Tötung des saudischen Journalisten Jamal Khashoggi hat die US-Regierung Einreiseverbote für 16 ehemalige saudische Regierungsmitarbeiter verhängt. Das teilte das US-Außenministerium am Montagabend (Ortszeit) in Washington mit. Im November hatte das US-Finanzministerium bereits Sanktionen gegen diese 16 Personen und einen weiteren Betroffenen verhängt.

    Ihre Vermögenswerte in den USA wurden eingefroren. US-Staatsbürger dürfen seitdem keine Geschäfte mehr mit ihnen machen. Nun wird ihnen und ihren engen Familienmitgliedern auch die Einreise in die USA untersagt.

    Mord im Konsulat

    Der Regierungskritiker Khashoggi, der für die "Washington Post" arbeitete, hatte am 2. Oktober 2018 das Konsulat Saudi-Arabiens in Istanbul betreten, um Dokumente für seine Hochzeit abzuholen. Er tauchte nie wieder auf. Erst unter immensem internationalen Druck gab Saudi-Arabien die Tötung des im Exil lebenden Khashoggi zu und leitete Ermittlungen ein.

    Der prominenteste Betroffene der US-Strafmaßnahmen ist Saud bin Abdullah al-Kahtani. Er war zuständig für Medienangelegenheiten am Königshof und wurde in der Nacht gefeuert, in der Riad den Tod Khashoggis eingeräumt hatte. Al-Kahtani gilt als enger Vertrauter von Kronprinz Mohammed bin Salman, kurz "MbS".

    Es gibt Hinweise, dass höchste Kreise Saudi-Arabiens um Thronfolger "MbS" den Mord Khashoggis veranlasst haben könnten oder zumindest davon wussten. US-Präsident Donald Trump und seine Regierung hatten sich in der Debatte aber klar hinter die saudische Führung und den Kronprinzen gestellt – was in den USA wie international auf viel Kritik und Unverständnis stieß. (APA, 9.4.2019)

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