"Playing Hard": Netflix-Doku zeigt auf, wie knallhart die Produktion von Games ist

    8. April 2019, 10:20
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    Produzent konnte "For Honor"-Entwickler jahrelang begleiten

    Netflix bietet mit der Dokumentation Playing Hard einen Einblick in die knochenharte Entwicklung von AAA-Games. Produzent Jean-Simon Chartier konnte vier Jahre lang das Ubisoft-Team zu For Honor begleiten. Die Dokumentation soll einen ungeschönten Blick bieten. So soll Ubisoft weder Geld gezahlt, noch sonstigen Einfluss auf die Produktion genommen haben. In der PR-frisierten Games-Branche durchaus etwas außergewöhnliches.

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    Drehgenehmigung kurzerhand entzogen

    Dafür gibt es von Chartier auch Wertschätzung für Ubisoft. Der Konzern hatte die Drehgenehmigung nämlich nach Monaten wieder entzogen, aus Angst vor entwischten Infos. Der Produzent der Doku konnte das Studio letztlich aber dahingehend überzeugen, dass man sie doch weiterfilmen lässt. "Ubisoft bietet Transparenz. Eine Qualität, die man in der Games-Branche vielerorts vermissen lässt, wie Beobachter sagen", ist in der Beschreibung zur Doku zu lesen.

    Fokus auf Menschen hinter den Spielen

    Der Fokus von Playing Hard liegt auf den Menschen hinter den Spielen. Primär geht es um Jason CanenBerghe, der Creative Director von For Honor, Produzent Stepeh Cardin und Brand Manager Luc Duchaine. Sie alle haben während der vierjährigen Entwicklungszeit mit persönlichen Tiefschlägen zu kämpfen, die sich auch in ihrer Tätigkeit bei Ubisoft widerspiegelt. Cardin schafft es etwa nicht, die richtige Work-Life-Balance zu finden. Ein großes Problem in der Games-Branche, bei der zahlreiche Überstunden zum Alltag zählen.

    Kein glamouröses Leben

    In Playing Hard werden auch die Arbeitsbedingungen beleuchtet. Vom glamourösen Leben eines Spieleentwicklers bleibt dabei nur sehr wenig übrig, vielmehr bekommt man es mit Massenentlassungen, schlechte Arbeitsumstände und Crunch Time zu tun – also massive Überstunden, um ein Produkt bis zur Deadline fertigzubekommen. In den USA gibt es immer wieder Bestrebungen, Gewerkschaften in der Games-Branche zu starten. Bislang ist dies allerdings am Widerstand der Hersteller gescheitert.

    Schlechte Arbeitsbedingungen

    Schlechte Arbeitsbedingungen bei der Games-Entwicklung sind immer wieder Thema. Erst kürzlich wurde öffentlich, dass bei Bioware etliche Mitarbeiter das Studio während der Herstellung von Anthem verlassen hatten, weil sie zu vielem Stress ausgesetzt waren und letztlich ausbrannten. Auch bei Rockstar Games soll es zu massiven Überstunden während der Produktion von Red Dead Redemption 2 gekommen sein.

    Weiterführende Literatur

    Wer neben der Doku einen ungeschönten Blick auf die knochenharte Herstellung von Videospielen werfen will, sei Jason Schreiers Buch Blood, Sweat, and Pixels: The Triumphant, Turbulent Stories Behind How Video Games Are Made ans Herz gelegt. Dabei hat der Kotaku-Autor mit mehreren Entwicklern über die Produktion von Games gesprochen. Auch hier bekommt man ein gutes Bild davon, mit welchen massiven Problemen die Branche zu kämpfen hat. (red, 8.4.2019)

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