Blutiger Nadelstichwahlkampf in der Ukraine

    5. April 2019, 12:18
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    Präsidentschaftskandidaten Poroschenko und Selenskyj ließen sich auf Drogen und Alkohol testen – Ergebnisse in drei Tagen erwartet

    Kiew – Mit einem ungewöhnlichen Bluttest auf Drogen und Alkohol haben sich die beiden Kontrahenten für die Präsidentenwahl in der Ukraine für die nächste Runde im Machtkampf aufgestellt. Der 53-jährige Staatschef ließ sich am Freitag vor laufenden Kameras im Olympiastadion in Kiew Blut abnehmen.

    Zuvor hatte Poroschenko die Herausforderung des Schauspielers Wolodymyr Selenskyj zu einem Rededuell in der Arena angenommen. Den Bluttest hatte der 41-jährige Selenskyj als Bedingung gestellt – weil das Land einen gesunden Präsidenten brauche, wie er sagte.

    Stichwahl

    Die Stichwahl soll am 21. April (Ostersonntag) sein. Der Termin für das Duell, das wenige Tage davor angesetzt werden dürfte, steht noch nicht fest.

    Auch der Komiker ließ sich Blut abnehmen. "Zum Glück habe ich aber viel davon – junges Blut", sagte Selenskyj. In drei Tagen werde es die Ergebnisse des privaten Labors geben. Bei Poroschenko gab es in Schnelltests offiziellen Angaben zufolge keine Rückstände von Drogen.

    foto: ap/shu
    Wolodymyr Selenskyj ließ sich Blut abnehmen.
    foto: ap/shu

    Der Staatschef hatte Selenskyj aufgefordert, sich wie ein Mann zu verhalten und ohne Vorbedingungen der Konfrontation zu stellen. "Das ist keine Show, es geht um das Recht der ukrainischen Bürger, eine volle und umfassende Information über die Programme, Pläne der Kandidaten zu bekommen", sagte Poroschenko nach der Blutabnahme.

    foto: apa/afp/palinchak
    Auch der amtierende Präsident Petro Poroschenko ließ sich Blut abzapfen...
    foto: apa/afp/palinchak
    ...und zwar gleich an beiden Armen.

    Beide Kandidaten stehen für einen prowestlichen Kurs mit einer künftigen Mitgliedschaft in der EU. Sie kommunizieren bisher nur per Videobotschaft miteinander. Die erste Runde hatte Selenskyj am Sonntag haushoch mit mehr als 30 Prozent der Stimmen gewonnen. Poroschenko musste im Vergleich zu 2014 starke Einbußen hinnehmen und landete bei knapp 16 Prozent. Rund 30 Millionen Ukrainer sind wahlberechtigt. (APA, 5.4.2019)

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