Fast 2.000 Jahre alte Siedlung in Israel freigelegt

    5. April 2019, 08:00
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    Ausgrabungsstätte nahe Beerscheva zeigt Spuren einer Zeit der Tumulte: Siedlung könnte im Jüdischen Krieg des 1. Jahrhunderts gebrannt haben

    Beershewa – Archäologen sind nahe der israelischen Stadt Beerscheva in der Negev-Wüste auf die Überreste einer fast 2.000 Jahre alten jüdischen Siedlung gestoßen. Die Ausgrabungsfläche umfasst laut der israelischen Altertumsbehörde etwa 2.000 Quadratmeter. (Fotos finden Sie hier.)

    Aus der Ausgrabungsstätte konnten die Archäologen bereits eine Reihe von Objekten bergen. Darunter befand sich auch die Scherbe einer Öllampe, auf der ein jüdischer Kerzenleuchter mit neun Armen zu sehen ist, eine sogenannte Menora. "Das ist wahrscheinlich eine der frühesten künstlerischen Abbildungen eines solch neunarmigen Leuchters, die bisher entdeckt wurden", sagte Peter Fabian, Archäologe an der Ben-Gurion Universität in Beerscheva.

    Unruhige Zeiten

    Laut den Forschern zeigt die Siedlung Spuren eines Brandes. Dieser könnte in Zusammenhang mit dem großen Jüdischen Krieg im 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung stehen. Er begann im Jahr 66 und endete vier Jahre später mit der Zerstörung des Jerusalemer Tempels. Der Fall der jüdischen Festung Masada im Jahr 74 markierte die endgültige Niederschlagung dieses ersten großen Aufstands gegen die römische Herrschaft.

    Zwei weitere Erhebungen sollten noch folgen, und möglicherweise haben auch diese Spuren in der Ausgrabungsstätte von Beerscheva hinterlassen. Die Forscher vermuten, dass sich unter der Anlage noch Tunnel befinden, die aus der Zeit des Bar-Kochba-Aufstandes von 132 bis 136 stammen könnten. (red, APA, 5. 4. 2019)

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