Dreimal versenktes Kriegsschiff der k. u. k. Marine wird zum Museum

    4. April 2019, 07:00
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    Die später in Sava umbenannte Bodrog blickt einer neuen Phase ihrer wechselvollen Geschichte entgegen

    Belgrad – Wenn Schiffe sprechen könnten, hätte dieses eine Menge zu erzählen: Die einst von der k. u. k. Marine gebaute Bodrog (Fotos finden Sie hier) wurde gleich mehrfach versenkt, wieder aus dem Wasser geholt, repariert und wieder in den Einsatz geschickt. Von Vorteil war dabei, dass sie immer nur auf den Grund von Flüssen geschickt wurde.

    Einmal, zweimal, dreimal

    Die Bodrog war eines der drei Kriegsschiffe der österreichisch-ungarischen Donauflotte, die in der ersten Kriegsnacht vom 28. auf 29. Juli 1914 an der Beschießung Belgrads beteiligt waren. In den Endkämpfen des Ersten Weltkrieges wurde die Bodrog dann von serbischen Truppen in der Donau versenkt.

    1920 wurde sie zum ersten, aber keineswegs letzten Mal wieder aus dem Wasser geholt. Unter dem neuen Namen Sava fuhr sie nun für die Marine des Königreiches der Serben, Kroaten und Slowenen (SHS), später Jugoslawien. Am 12. April 1941 wurde das Schiff dann vor Zemun, einem der heutigen Donau-Stadtviertel Belgrads, zum zweiten Mal versenkt.

    Ein Jahr später holten die Truppen der NDH (Unabhängiger Staat Kroatien), des kroatischen Vasallenstaates der Achsenmächte, der sich bis nach Zemun ausdehnte, das Schiff erneut aus dem Wasser. Es war gut zwei Jahre im Dienst der NDH-Truppen, bevor es am 9. September 1944 vor Slavonski Brod wieder einmal versenkt wurde – diesmal in der Save.

    Weg in den (Un-)Ruhestand

    Ende 1951 begann schließlich für die erneut gehobene Sava eine Phase der Konstanz – zumindest blieb sie über Wasser. Bis 1959 stand sie im Dienst der jugoslawischen Streitkräfte. Drei Jahre später wurde sie dem Flussbauunternehmen Heroj Pinki überlassen. Jahrelang war das Schiff in der Hauptstadt der Vojvodina, Novi Sad, zu sehen.

    Das Belgrader Wissenschafts- und Technikmuseum erklärte das stark reparaturbedürftige Schiff mit der wechselvollen Geschichte 2005 zum "Kulturgut von großer Tragweite". Daraufhin beschloss das Kulturministerium das Schiff zu verstaatlichen. Seit Anfang des Jahres liegt das Schiff in Belgrad vor Anker.

    Derzeit wird an der Innenausstattung gearbeitet, denn die jüngste Inkarnation des unverwüstlichen Schiffes ist bereits in Planung: Wie der TV-Sender N1 berichtete, soll es nun zu einem Museum umgemodelt werden. (APA, red, 4.4.2019)

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