Biennale Venedig: Büro Think Architecture gestaltet Österreich-Pavillon

    3. April 2019, 17:12
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    Auf der Suche nach Schönheit: In Wien und London beheimatetes Büro gestaltet heimischen Pavillon bei der Biennale in Venedig 2020

    Facebook, Google und Airbnb sind in unserem Leben allgegenwärtig, und wir User leben nicht nur mit diesen digitalen Plattformen, sondern produzieren tagtäglich auch deren Inhalte", sagt Peter Mörtenböck. "Zugleich wissen wir aber relativ wenig darüber, und genau dieser Mangel an Know-how ist der Anlassfall, uns hier mit der räumlichen Architektur dieser nichträumlichen Orte auseinanderzusetzen." Gemeinsam mit Helge Mooshammer, mit dem er das in Wien und London beheimatete Büro Think Architecture betreibt, wird er den Österreich-Pavillon auf der 17. Architekturbiennale 2020 in Venedig gestalten.

    Erstmals in der Geschichte der heimischen Beteiligung an der Biennale wurde kein Kommissär bestimmt, sondern in Form eines konkurrierenden Verfahrens von einer unabhängigen Jury ausgewählt. "Ein solcher Auswahlprozess mit transparenten Kriterien wie er in Deutschland, Belgien, in der Schweiz und in den USA schon seit langem vonstattengeht, ist ein Schritt in Richtung Professionalisierung", so Kulturminister Gernot Blümel (ÖVP). 39 Projektideen wurden abgegeben. Sechs Teams davon wurden zu einem Hearing eingeladen. Allem Wandel zum Trotz werde sich am bislang schon oft als knapp kritisierten Gesamtbudget von 450.000 Euro jedoch nichts ändern.

    Klare Struktur

    Wie genau der Österreich-Pavillon unter dem Titel Platform Austria aussehen wird, ist noch offen. Fest steht, dass es eine "klare Struktur" geben wird, in die das Wiener Architektenkollektiv mostlikely "offene, fließende, dynamische Möbel" und "additive Elemente" einbauen wird, wie man sie aus den Plug-in-Cities und anderen gedachten, aber niemals realisierten Utopien der Sechzigerjahre kennt. "Die meisten technischen Revolutionen wie etwa Eisenbahn, Industrialisierung und die Erfindung des Automobils haben ihre entsprechenden spektakulären Formen geschaffen", so Mooshammer, "aber die digitale Revolution hat bislang keinerlei formale Entsprechung."

    Minister Blümel sieht darin eine Greifbarmachung der digitalen Welt: "Das binäre System 0 und 1 ist die Basis für das gesamte Computersystem. Wir haben es mit einer totalen Rationalität zu tun. Es fehlt die Schönheit." Auf der kommenden Biennale soll diese Schönheit in Form von Workshops oder Selbstbaumöbeln nachgeholt werden. Enter. (Wojciech Czaja, 4.4.2019)

    • Mörtenböck und Mooshammer kuratieren in Venedig
      foto: apa/fohringer

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