Angst vor Strahlung: 5G-Gegner starten Petition gegen Netzausbau

    3. April 2019, 11:38
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    "5g gefährlich" und "5g netz gefährlich" gehören zu den häufigen Suchen bei Google

    Das Thema polarisiert. Laut den Suchtrends von Google gehören "5g gefährlich" und "5g netz gefährlich" zu den besonders häufigen Suchanfragen im Zusammenhang mit der neuen Technik. Gesundheitliche Auswirkungen von Mobilfunk-Strahlung sind sehr umstritten. Kritiker werfen der Strahlung vor, krebsauslösend zu sein. Das wird von Befürwortern in Abrede gestellt, es liegen auch keine Studien vor, die den Zusammenhang beweisen würden.

    Petition gegen den Netzausbau

    Im Netz haben sich nun 5G-Kritiker organisiert und eine Petition gegen 5G Netzausbau in Österreich auf die Beine gestellt, die auch von Ärzten und Ärztinnen unterstützt wird. Derzeit haben über 27.000 Menschen die Online-Petition unterzeichnet. In Österreich wurde vergangene Woche ein Mini-5G-Netz von T-Mobile in Betrieb genommen.

    Wie emotional das Thema ist, zeigt sich in den Begründungen der Unterzeichner. Von "plötzlichen Bluthochdruck" oder "meinen Kindern zuliebe", ist auf der Webseite der Petition zu lesen.

    Für die Mobilfunkbranche hat mit derartigen Petitionen Probleme. Sie sehen sich zunehmend mit Anfragen und Anschuldigungen hinsichtlich der vermuteten Gefahren von 5G konfrontiert, berichtete Gregor Wagner, Sprecher des Forums Mobilkommunikation (FMK), eines Branchenverbands, dem auch die Netzbetreiber A1, "3" und T-Mobile angehören.

    Schauermärchen

    Man verstehe, dass einige Menschen ob der anstehenden Errichtung von 5G-Netzen besorgt sind. Das liege allerdings nicht an der Technologie selbst, sondern an Schauermärchen, die immer wieder verbreitet werden, so Wagner gegenüber dem STANDARD. Zuletzt wurde in Umlauf gebracht, dass für die 5G-Einführung Wälder gerodet würden, weil sie das Funksignal von Sendestationen blockieren würden. Ein Blödsinn.

    Kritik von der FMK gibt es aber auch an der Wiener Ärztekammer. Diese habe etwa Forderungen postuliert, die längst erfüllt seien. Die Sendeleistung von Geräten und Funkmasten sei mit der Weiterentwicklung der Technologie kontinuierlich gesunken. Im 2G-Zeitalter hätten Handys mit bis zu zwei Watt gesendet, bei 4G-Geräten sind es nur noch bis zu 0,125 Watt. Die Reduktion sei aber weniger wegen Gesundheitsbedenken erfolgt – die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgesehen Grenzwerte werden bei weitem unterschritten –, sondern vor allem zur Senkung des Energieverbrauchs. (red, 3.4. 2019)

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      foto: apa
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