Kirche in Polen kritisiert Bücherverbrennung durch Priester

    2. April 2019, 16:38
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    Auch "Harry Potter" landete am Scheiterhaufen – Medien zogen Parallelen zu Nazi-Bücherverbrennungen in Deutschland

    Warschau – Katholische Priester haben nach einer Messe in Danzig Bücher und andere angeblich mit Okkultismus verbundene Gegenstände verbrannt. Die von Pfarrer Rafal Jarosiewicz geleitete Stiftung "SMS vom Himmel" hatte zu der Aktion aufgerufen und Bilder der brennenden Objekte in den Sozialen Netzwerken veröffentlicht, berichtete die Nachrichtenagentur Kathpress am Dienstag.

    Erinnerung an Nazi-Bücherverbrennungen

    Dies sorgte am Dienstag für Kritik auch von kirchlicher Seite. Polnische Medien zogen Parallelen zu Bücherverbrennungen durch die Nationalsozialisten in Deutschland.

    "Die Zeit der Bücherverbrennungen ist lange vorbei", sagte Ireneusz Bradtke dem Sender Radio Gdansk. "Die Sache ist sehr umstritten", so der Geistliche. Auch die Diözese Koszalin-Kolobrzeg, in dem 2012 die Stiftung "SMS vom Himmel" gegründet wurde, missbilligte die Verbrennung. "Ich denke, diese Form ist unpassend", sagte Diözesansprecher Wojciech Parfianowicz der polnischen katholischen Nachrichtenagentur KAI.

    "Bedrohungen des Geistes"

    Auf den Bildern der Stiftung sind unter anderem brennende Harry-Potter- und "Twilight"-Bücher zu sehen, ringsum stehen Geistliche und Ministranten. Die Gegenstände hätten Gläubige zur Sonntagsmesse mitgebracht, hieß es.

    Der Sprecher der Diözese Koszalin betonte: "Die Kirche wird Bedrohungen des Geistes immer ihre Aufmerksamkeit schenken, weil das ihre Mission ist." Er gehe davon aus, dass dies auch die Zielsetzung der Aktion gewesen sei. (APA, 2.4.2019)

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