Einradfahren ist gut fürs Gehirn

    3. April 2019, 06:00
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    Grazer Neuropsychologen konnten beobachten, dass durch das Einradfahren die graue Hirnmasse abnimmt – die Forscher interpretieren das als Nachweis der Effizienzsteigerung

    Einradfahren ist eine immense Herausforderung für den Gleichgewichtssinn und das Gehirn. Trotzdem können es Kinder und auch Erwachsene in rund einer Woche gut erlernen. Neuropsychologen der Universität Graz haben nun untersucht, was bei diesem Lernprozess im Gehirn abläuft.

    "Neuroplastizität" nennen Gehirnforscher jene Fähigkeit des menschlichen Gehirns, sich – auch noch als erwachsener Mensch – an neue Herausforderungen anzupassen und damit neue Kompetenzen anzueignen. Bernhard Weber und Karl Koschutnig von der Uni Graz untersuchten mit ihren Kollegen am Institut für Psychologie, welche Veränderungen sich am Gehirn bei einer herausfordernden Gleichgewichtsaufgabe feststellen lassen. Dazu ließen sie ihre 23 Probanden, die zuvor noch niemals auf Einrädern gesessen waren, insgesamt drei Wochen lang trainieren.

    Wöchentlich wurde vier Stunden unter professioneller Anleitung Einrad gefahren. Vor dem Training, nach dem Ende des Einradkurses sowie nochmals fünf Wochen später machten die Forscher mittels Magnetresonanztomografie (MRT) strukturelle und funktionelle Bilder des Gehirns. Tatsächlich konnten signifikante Veränderungen sowohl in der grauen und der weißen Masse des Gehirns wie auch in der Dicke der Großhirnrinde festgestellt werden. Laut Koschutnig seien Veränderungen in Gehirnarealen und Netzwerken der motorischen Kontrolle, der räumlich-visuellen Aufmerksamkeit und der sensorischen Informationsverarbeitung deutlich geworden.

    Graue Zellen werden weniger

    "Besonders überrascht waren wir, dass es während des Trainings in einem Bereich zu einer massiven Abnahme an grauer Masse kam", schilderte Koschutnig. "Die Abnahme der grauen Masse kann als neuronale Effizienzsteigerung gedeutet werden. Das Gehirn hat etwas gelernt und braucht deshalb weniger Ressourcen. Die automatisierte Koordination und Gleichgewichtskontrolle werden besser und effizienter bewältigt", interpretiert Bernhard Weber das Ergebnis. Für diese Erklärung spreche auch, dass die Abnahme umso größer war, je besser die jeweiligen Probanden das Einradfahren beherrschten. Fünf Wochen nach dem Training habe das Volumen an der gleichen Stelle jedoch wieder zugenommen. (APA, 3.4.2019)

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