Journalisten sehen in Digitalisierung mehr Chancen als Risiken

    2. April 2019, 16:11
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    Viele wollen sich aus Eigeninteresse digitaler aufstellen, das sei aber "im engen ökonomischen und Zeitkorsett" schwer umsetzbar

    Wien/Eisenstadt – Am Mittwoch findet in Eisenstadt die Konferenz Regio Media – Tag des Regionaljournalismus statt. Dort werden auch die Ergebnisse einer aktuellen Studie zum Thema "Digitale Arbeitswelten österreichischer JournalistInnen" präsentiert. In einer Online-Umfrage wurde neben der digitalen Kompetenz nach Aus- und Weiterbildung im digitalen Bereich gefragt. An dieser Analyse nahmen 459 JournalistInnen aus den Bereichen Print, Online, TV, Radio und Agentur teil, 136 davon sind im Lokal- beziehungsweise Regionalressort tätig.

    Mehr Chancen als Risiken

    Insgesamt stehen JournalistInnen der Digitalisierung positiv gegenüber, sie sehen mehr Chancen als Risiken, so das Ergebnis der Studie. Viele wollen sich aus Eigeninteresse digitaler aufstellen, da sei aber "im engen ökonomischen und Zeitkorsett" bislang aber schwer umsetzbar. Experimentierfreude werde gefordert, sei aber aufgrund knapper Ressourcen oft nicht gegeben. Digitale Trends würden zwar erkannt, aber von einem großen Teil der Befragten noch nicht als relevant eingestuft. Als Risiken der Digitalisierung werden Überforderung mit Tools, noch stärkerer Leistungs- und Zeitdruck, zu wenig Check-Gegencheck-Recheck als Gefahr für die Glaubwürdigkeit angegeben.

    Neuere Techniken wie den Umgang mit Social Media oder Podcasts haben laut der Analyse ein Fünftel gelernt, der Rest (Augmented Reality, Datenvisualisierung usw.) ist mit wenigen bis fast gar keinen Nennungen vorhanden.

    Vor allem mit Text beschäftigt

    Ein weiteres Ergebnis: Ein digitaler Strukturwandel sei in den Redaktionen nur teilweise vollzogen worden. Die JournalistInnen sind weiterhin vor allem mit Text beschäftigt, Bilder und Social-Media-Posts würden eine untergeordnete Rolle spielen.

    Etwas mehr als die Hälfte will sich in Zukunft im Digitalbereich weiterbilden, die knappe Hälfte nicht. Bei den RegionaljournalistInnen ist das Verhältnis umgekehrt, ergibt die Befragung. Sorgfältige Recherche, crossmediales Arbeiten, gutes Storytelling, digitale Kompetenzen werden künftig besonders wichtig. Als Zukunftstrends sehen die Befragten Mobile Reporting, Datenvisualisierung/Datenjournalismus und Podcasts. (red, 2.4.2019)

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