Pils Don Limone: Wie Zitronenzuckerln aus der Kindheit

    Kolumne18. April 2019, 18:31
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    Was ist nur aus dem Pilsner geworden? Craftbier-Brauer sorgen für Stilverwirrung

    Die Bierwelt hat sich von Anfang an, präzis von Herbst 1842 an, schwer damit getan, zu definieren, was ein richtiges Pilsner ist. Was Braumeister Josef Groll damals in der heutigen Pilsner Urquell Brauerei kreiert hat, war ein neuartiges Bier – aber es wurde sofort von anderen Brauereien als deren Pilsner, Pilsener oder Pils kopiert.

    Mit beachtlichem Variationsreichtum und der Ausprägung mehrerer Stile – aber mit einem Grundkonsens: Aroma und Hopfenbittere sollten von einem klassischen europäischen Nobelhopfen kommen. Experimentierfreudige Brauer wie die Münchner Brew Mafia fühlen sich da nicht daran gebunden, im Don Limone wird seit 2017 amerikanischer Citra verbraut: Das Bier schimmert in hellem Goldgelb, hat einen reinweißen, eher grobporigen Schaum und riecht stark nach Zitronenschale.

    Der Antrunk ist fruchtig-herb, die Bittere wird durch eine auch nicht wirklich stiltypische Vollmundigkeit balanciert. Aber das passt recht gut zu den Citra-Aromen, ein bisschen fühlt man sich an saure Zitronenzuckerln aus der Kindheit erinnert, bevor die Bittere des Nachtrunks daran erinnert, dass wir es hier doch mit einem Pils zu tun haben. (Conrad Seidl, RONDO, 19.4.2019)

    Don Limone bei um Bier Welt Tirol um 3,09 Euro

    www.munichbrewmafia.de

    • Im Don Limone von der Münchner Brew Mafia wird seit 2017 amerikanischer Citra verbraut
      foto: conrad seidl

      Im Don Limone von der Münchner Brew Mafia wird seit 2017 amerikanischer Citra verbraut

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