Indiens Zerstörung eines Satelliten im Orbit gefährdet die ISS

    Video2. April 2019, 11:57
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    Nasa-Chef Jim Bridenstine kritisiert Abschuss scharf und weist auf die Gefahr durch Trümmerteile hin

    Washington – Die Zerstörung eines Satelliten in der Erdumlaufbahn im Rahmen eines Versuchs durch Indien könnte die Internationale Raumstation ISS in Gefahr bringen. Der Chef der US-Raumfahrtbehörde Nasa, Jim Bridenstine, hat unmittelbar reagiert und die Aktion scharf verurteilt. In einer Ansprache vor Nasa-Mitarbeitern sprach Bridenstine am Montag (Ortszeit) fünf Tage nach dem Abschuss von einer "furchtbaren" Aktion, denn der durch die Zerstörung des Satelliten entstandene Weltraumschrott drohe die ISS zu treffen.

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    Video: Die Nasa kritisiert einen für die ISS gefährlichen Test in der vergangenen Woche.

    24 Trümmerteile in der Nähe der ISS

    Der Abschuss des indischen Satelliten in der vergangenen Woche war Teil eines umstrittenen Raketentests Indiens. Das Flugobjekt befand sich in einer Höhe von 300 Kilometern und damit 111 Kilometer unter der Umlaufbahn der ISS. Dennoch stellten die herumfliegenden Teile des zerstörten Satelliten eine Gefahr für die ISS dar, warnte Bridenstine. 24 Trümmerteile seien über den Orbit der Raumstation hinaus gelangt und könnten mit dieser kollidieren.

    Die Aktion der indischen Regierung sei "nicht mit der Zukunft der Raumfahrt vereinbar", sagte der Nasa-Chef. "Die Nasa muss sehr deutlich machen, welche Auswirkungen das für uns hat". Etwas später ergänzte Bridenstine, dass sich die Astronauten derzeit nicht in unmittelbarer Gefahr befinden würden. Sollten sich Trümmerteile der ISS nähern, könnte man die Umlaufbahn der Raumstation rechtzeitig verändern.

    Zehntausende Objekte

    Das US-Militär sowie die Nasa beobachten Objekte im All, um Kollisionen vorherzusehen und Gefahren für die Raumstationen und Satelliten zu berechnen. Aktuell werden 23.000 Objekte verfolgt, die größer als zehn Zentimeter sind. Allein rund 3.000 davon sind das Resultat einer ähnlichen Aktion, bei der China 2007 in einer Höhe von fast 900 Kilometern eine Antisatellitenwaffe getestet hat.

    Infolge des indischen Raketentests wurden insgesamt 400 Trümmerteile erzeugt, rund 60 davon haben eine Größe von mindestens zehn Zentimetern, doch auch kleinere, nicht beobachtbare Objekte stellen eine Gefahr für die Raumstation dar. Der Test habe das Risiko von Zusammenstößen mit der ISS um 44 Prozent innerhalb von zehn Tagen erhöht, erklärte die Nasa. Allerdings sinkt das Risiko mit der Zeit, denn der Großteil des Weltraummülls dringt in die Erdatmosphäre ein und verglüht. (red, APA, 2.4.2019)

    • Der Test dieser Antisatellitenrakete bereitet der Nasa Kopfzerbrechen. Bestandteile der Trümmerwolke als Resultat des Versuchs könnten die ISS treffen.
      foto: reuters

      Der Test dieser Antisatellitenrakete bereitet der Nasa Kopfzerbrechen. Bestandteile der Trümmerwolke als Resultat des Versuchs könnten die ISS treffen.

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