"Österreichisches IS-Kind" bleibt laut Kneissl in Syrien

    1. April 2019, 09:13
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    Laut Außenministerin Karin Kneissl lehnte die Mutter des knapp zwei Jahre alten Buben eine Rückkehr nach Österreich ab

    Wien – Das eineinhalbjährige Kind der Österreicherin, die sich der IS-Miliz angeschlossen hat, bleibt in Syrien. Das sagte Außenministerin Karin Kneissl (FPÖ) laut der Zeitung "Österreich". Das Außenministerium bestätigte die Angaben. Die Mutter "hat abgelehnt, dass das Kind nach Österreich zurückkehren sollte, und sie selbst möchte auch nicht nach Österreich zurückkehren", sagte Kneissl.

    Kneissl hatte den Buben, der sich mit seiner Mutter in einem kurdischen Lager im Nordosten Syriens befindet, zurück nach Österreich holen wollen. "Es geht um das Kindeswohl", hatte Kneissl argumentiert. Das Innenministerium hatte zugestimmt, dass nur das Kind nach Wien – konkret zu seiner Großmutter – zurückgebracht werden dürfe. Die Außenministerin habe daraufhin beauftragt, dass der Kontakt mit der Mutter aufgenommen werde. Doch die junge Wienerin lehnte ab.

    Außenministerium kennt nur einen Fall

    Damit sei der einzige dem Außenministerium bekannte Fall "einmal erledigt, da die Frau nicht nach Österreich zurückwill", sagte Kneissl gegenüber "Österreich". "Mehr Fälle kennen wir nicht, und es gibt auch keine Ermittlungsbehörden, die nach solchen Fällen suchen."

    Es gibt allerdings Experten, die von mehr als einem Fall sprechen: Politikwissenschafter Thomas Schmidinger hat das Gefangenenlager vor Ort besucht und berichtet von sechs Kindern, die Wiener Kinder- und Jugendanwaltschaft hat zumindest mit zwei Müttern in Syrien Kontakt. (APA, red, 1.4.2019)

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