René Benko hat Mateschitz' "Addendum" geklagt

    29. März 2019, 06:00
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    Der Milliardär und neue "Krone"-Investor verlangt vom Medium des anderen Milliardärs Unterlassung und Widerruf – "Addendum" lag Zeitungen entgegen Plänen nicht bei

    Salzburg/Wien – Österreichs reichste Männer gehen vor Gericht: Dietrich Mateschitz' Rechercheplattform "Addendum" beleuchtet den Neo-"Krone"-Investor René Benko in einem ausführlichen Rechercheprojekt. Benko hat "Addendum" nun auf Unterlassung und Widerruf geklagt, bestätigt sein Anwalt Peter Zöchbauer auf STANDARD-Anfrage.

    Passagen über Bankverbindungen Benkos seien unwahr, erklärt Benko die bereits eingebrachte Klage beim Landesgericht Salzburg. Die Story dazu war am Donnerstagnachmittag auf "Addendum" noch abrufbar. "Addendum"-Geschäftsführer und -Herausgeber Michael Fleischhacker nahm bisher auf Anfragen des STANDARD dazu keine Stellung.

    Das, was fehlt

    Am Donnerstag sollte die dritte Ausgabe des "Addendum"-Magazins einem Teil der Auflage der "Presse" und der "Kleinen Zeitung" beiliegen. Soweit DER STANDARD in Erfahrung bringen konnte, lag das Heft mit Benko-Story nun doch nicht bei. DER STANDARD bat Fleischhacker am Donnerstagabend um Stellungnahme auch dazu. Zuvor hatte der "Kurier" die schon vereinbarte Beilage von "Addendum" gestoppt – DER STANDARD berichtete.

    Dass etwas fehlte am Donnerstag in "Kleine" und "Presse", lag nach STANDARD-Infos an der späten Vorlage der Beilage. Die beiden Zeitungen sollen sich mehrere Tage für die rechtliche Prüfung ausbedungen haben, "Addendum" Exemplare erst am Mittwoch vorgelegt haben. Derzeit soll diese rechtliche Prüfung laufen – je nach Ergebnis könnte "Addendum" kommende Woche doch beiliegen.

    Update: "Addendum"-Geschäftsführer Niko Alm rechnet am kommenden Dienstag mit der Beilage in "Presse" und "Kleine"

    Streitwert überschaubar

    Der Streitwert von Benkos "Addendum"-Klage wirkt für die beiden handelnden Milliardäre doch recht überschaubar: 19.620 Euro – für Ehrenbeleidigung und Kreditschädigung sei der Streitwert gesetzlich geregelt, sagt Zöchbauer dazu auf Anfrage.

    Red-Bull-Boss Mateschitz ist laut "Forbes" reichster Österreicher mit 18,9 Milliarden Dollar Vermögen, Immobilien- und Handelstycoon Benko die Nummer drei mit laut "Forbes" 4,9 Milliarden Dollar. Die Quo-Vadis-Veritas-Stiftung hinter "Addendum" hat Mateschitz (mit einem kleinen Red-Bull-Anteil) ins Leben gerufen, ihm ist das Projekt ein persönliches Anliegen.

    Immobilientycoon Benko hat die deutschen Kaufhausketten Karstadt und Kaufhof übernommen und ist Ende 2018 mit einer Minderheitsbeteiligung bei "Krone" und "Kurier" eingestiegen. Er hat zunächst 49 Prozent* an jener Holding übernommen, die 50 Prozent an der "Kronen Zeitung" und knapp unter 50 Prozent am "Kurier" hält.

    Ob Benko die kompletten 50 Prozent der Funke-Gruppe übernimmt, hängt von der Entscheidung eines derzeit tagenden Schiedsgerichts ab, das über Vorrechte der Familie Dichand bei der "Krone" entscheidet. Die Dichands halten die anderen 50 Prozent und machen seit Tagen auch publizistisch Front gegen Benko.

    Sonderangebot von "Heute" für "Addendum"

    "Heute"-Herausgeberin Eva Dichand, die Frau von "Krone"-Herausgeber und -Miteigentümer Christoph Dichand, bot "Addendum" auf Twitter schon am Mittwoch an, das Heft ihrer Gratiszeitung "zum Selbstkostenpreis" beizulegen:

    fid, 29.3.2019)

    * Korrektur: Hier stand ursprünglich falsch 24,9 Prozent. Dank den aufmerksamen Lesern von der Frühschicht! (fid)

    Zum "Krone"-Streit Dichand gegen Funke und Benko

    "Krone"-Streit auf dem Weg zum nächsten Gericht –Durfte Christoph Dichand als Gesellschafter über die eigene Entlassung als "Krone"-Chefredakteur mitstimmen?

    • Neo-"Krone"-Investor René Benko klagt ...
      foto: apa

      Neo-"Krone"-Investor René Benko klagt ...

    • ... Dietrich Mateschitz' Rechercheplattform "Addendum".
      foto: imago

      ... Dietrich Mateschitz' Rechercheplattform "Addendum".

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