Roter ORF-Rat Lederer sieht "Countdown für den ORF" laufen

    28. März 2019, 07:28
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    Erwartet Szenarien für Rundfunk ohne Gebühren und starke Kürzungen

    Wien – Der Chef des SPÖ-"Freundeskreises" im ORF-Stiftungsrat, Heinz Lederer, will bei der Sitzung des Gremiums am Donnerstag kein "business as usual", sondern Vorbereitung auf einen "Krisenmodus". "Der Countdown für den ORF läuft", warnte er am Mittwoch im APA-Gespräch. Anlass zur Sorge gäben die kolportierten Regierungspläne für den ORF ebenso wie antizipierte Konjunkturtrübungen.

    Von der ORF-Geschäftsführung erwarte er sich daher "Szenarien" für die ORF-Zukunft angesichts widriger Vorzeichen, betonte Lederer. Im Juni-Stiftungsrat werde es wohl schon fast zu spät sein, denn "um diesen Termin herum werden wir sicher mit einem neuen Gesetz konfrontiert werden", ist sich Lederer sicher. "Im Stiftungsrat am Donnerstag geht es darum, sich auf harte winterliche Stürme im Sommer einzustellen." Was er von ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz und dem Kaufmännischen Direktor Andreas Nadler wissen will: "Wie ist der ORF auf eine harte Linie – ein Aus für die Gebühren oder eine starke Reduktion – vorbereitet? Da muss es Szenarien geben, und die muss er (Wrabetz, Anm.) morgen vorstellen."

    "Mehr digitale Beinfreiheit"

    Dazu gehöre auch die Frage, "welche Investitionen ins Programm sich der ORF noch in Zukunft leisten kann", sagte Lederer. Die ORF-Führung müsste "größte Anstrengungen" leisten, den ORF "in einen sicheren Hafen zu führen". Nicht zuletzt, da mit einer Eintrübung der Wirtschaftskonjunktur zu rechnen sei, die vor allem TV-Werbeeinnahmen treffe. "Wir werden sehen, dass ein Gutteil in Richtung Online shiften wird".

    Für den ORF bedeute dies, dass er "mehr Beinfreiheit in digitalen Fragen" brauche. "Am Ende wird sich der Gesetzgeber überlegen müssen, wie wir uns im Online-Bereich bewegen können." (fid, 28.3.2019)

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