EU-Parlament stimmt für Ende der Zeitumstellung 2021

    26. März 2019, 12:46
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    Tatsächliche Abschaffung braucht Kompromiss der Mitgliedstaaten

    Brüssel – Die Zeitumstellung soll nach dem Wunsch des Europaparlaments schon bald Geschichte sein. Die Straßburger Abgeordneten stimmten am Dienstag dafür, dass ab 2021 die Uhren im Frühling und Herbst nicht mehr um eine Stunde vor- oder zurückgedreht werden.

    EU-Länder, die ihre Sommerzeit dauerhaft beibehalten, sollten die Uhren im März 2021 zum letzten Mal umstellen. Länder, welche die Normalzeit (Winterzeit) präferieren, würden die Uhren im Oktober 2021 letztmalig umstellen.

    Die EU-Staaten müssen sich auf das Ende der Zeitumstellung erst einigen. Deshalb verlangten die Abgeordneten auch, dass sich die EU-Länder untereinander abstimmen, etwa um zu gewährleisten, dass der Binnenmarkt nicht beeinträchtigt wird.

    410 Abgeordnete stimmten für Abschaffung

    Die österreichische Bundesregierung hat sich für eine permanente Sommerzeit ausgesprochen. Für die Empfehlung des EU-Parlaments stimmten 410 Abgeordnete, dagegen 192.

    Sollte die EU-Kommission feststellen, dass die voraussichtlichen Zeitplanungen das reibungslose Funktionieren des Binnenmarkts erheblich und dauerhaft behindern könnten, sollte das Ende der Zeitumstellung um ein weiteres Jahr verschoben werden, verlangte das EU-Parlament.

    Der ÖVP-Europaabgeordnete Heinz Becker bezeichnete die seit den 1980er-Jahren bestehende Zeitumstellung als völlig sinnlos, ohne Vorteile, aber mit enormen Kosten verbunden. Die Umstellung der Uhren führe auch zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, meinte er. Um ein Zeitchaos in Europa zu verhindern, sollte zumindest von Paris bis Budapest eine Zeitzone herrschen, sagte der ÖVP-Europaabgeordnete. Er bereue nicht, für die Abschaffung der Zeitumstellung eingetreten zu sein, doch sei das Thema auch durch Irrationalität geprägt.

    Fleckerlteppich verhindern

    Ein Fleckerlteppich an Sommer- und Winterzeit innerhalb der Europäischen Union müsse verhindert werden, verlangte auch SPÖ-Delegationsleiterin Evelyn Regner. "Es braucht eine gemeinsame Lösung für eine einheitliche EU-Zeit mit allen EU-Staaten. Jetzt liegt der Ball bei den Mitgliedstaaten, rasch zu einer einheitlichen Position zu kommen."

    foto: apa

    Die EU-Kommission hatte im September ein Ende der Zeitumstellung vorgeschlagen, nachdem eine Online-Umfrage ein deutliches Votum der Bürgerinnen und Bürger ergeben hatte. 4,6 Millionen Menschen aus der EU beteiligten sich an der Abstimmung, 84 Prozent forderten ein Ende der Zeitumstellung. Kritiker bemängelten, dass 70 Prozent der Teilnehmenden aus Deutschland stammten.

    In einem Bericht des EU-Parlaments wurde argumentiert, wissenschaftliche Studien würden belegen, dass die Zeitumstellung Herz-Kreislauf-Probleme verursache und das Immunsystem schwäche, da der biologische Rhythmus gestört werde. Energiesparende Effekte gäbe es dagegen nicht mehr.

    "Neue Technologien und eine veränderte Lebensweise bedeuten, dass wir durch die Zeitumstellung nicht mehr verdienen, sondern im Gegenteil mehr verbrauchen", sagte EU-Parlamentarierin Marita Ulvskog am Montag bei einer Debatte in Brüssel. (APA, red, 26.3.2019)

    • In zwei Jahren soll es mit der Umstellung der Uhren vorbei sein.
      foto: apa/dpa/daniel naupold

      In zwei Jahren soll es mit der Umstellung der Uhren vorbei sein.

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