Hubble fängt Geburt eines gewaltigen Sturms auf dem Neptun ein

    26. März 2019, 11:59
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    Aktuelle Beobachtungen lassen auf ein zyklisches Werden und Vergehen von Wirbelstürmen auf dem fernen Eisriesen schließen

    New York – In der Wolkendecke des fernsten bekannten Planeten unseres Sonnensystems spielen sich offenbar fortlaufend dramatische Ereignisse ab: Aktuelle und ältere Aufnahmen zeigen, dass in der dunkelblauen Gashülle von Neptun regelmäßig gigantische Sturmsysteme auftauchen und nach einiger Zeit wieder verschwinden.

    Das aktuellste Beispiel für einen solchen Wirbel hat das Weltraumteleskop Hubble über die vergangenen Jahre hinweg dokumentiert. Nasa-Wissenschafter analysierten seit 2015 im Rahmen des Projektes Outer Planet Atmospheres Legacy (OPAL) die Aufnahmen des Planeten und verfolgten, wie sich der 2018 bei 23 Grad nördlicher Breite sichtbar gewordene Sturm mit einem Durchmesser von rund 11.000 Kilometern gebildet hat.

    foto: nasa/esa/gsfc/jpl
    Die Bildkombination zeigt links den von Hubble zwischen September und November 2018 festgehaltenen neuen Wirbelsturm als dunklen Fleck im oberen Bereich des Planeten. Rechts ist eine Voyager-2-Aufnahme aus dem Jahr 1989 zu sehen. Der damalige große dunkle Fleck im Zentrum des Eisriesen hatte eine geschätzte Größe von 13.000 Mal 6.600 Kilometern.

    Den Berechnungen zufolge kommt es wahrscheinlich alle vier bis sechs Jahre zu solchen gewaltigen Stürmen auf Neptun, die etwa zwei, mitunter wohl auch bis zu sechs Jahre andauern. Stürme auf Neptun, die – anders als auf der Erde – in Regionen mit hohem atmosphärischen Druck entstehen, zeigen sich auf den Aufnahmen als große dunkle Flecken. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden nun in den "Geophysical Research Letters" veröffentlicht.

    Sechs Sturmsysteme beobachtet

    Bisher haben Wissenschafter insgesamt sechs solcher Flecken ausmachen können, die ersten beiden im Jahr 1989 mit der Raumsonde "Voyager 2". Mit "Hubble" gelang 1993 eine erste Sturm-Aufnahme, drei weitere folgten.

    Auf dem Jupiter gibt es eine ähnliche Erscheinung, den mehr als 20.000 Kilometer langen Großen Roten Fleck, der sich sogar mit Amateurteleskopen erkennen lässt. Forscher vermuten, dass dieser Wirbelsturm schon seit rund 350 Jahren toben könnte. Er rotiert gegen den Uhrzeigersinn, ohne sich nach Norden oder Süden zu bewegen. (red, APA, 26.3.2019)

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