Onlinetraining gegen Depressionen

    28. März 2019, 08:51
    30 Postings

    Ein neues Forschungsprojekt der Universität Salzburg will vor dem Bildschirm depressive Symptome bekämpfen

    Mutlosigkeit? Antriebslosigkeit? Verstimmung? Fehlende soziale Kontakte? Dann sitzen Sie möglicherweise zu viel, zu lang, zu oft vor dem Bildschirm. Was paradox klingt, ist beispielsweise in den Niederlanden oder in Dänemark längst ins Gesundheitssystem integriert: Gegen depressive Symptome kann ein Onlinetraining helfen. Der Fachbereich Psychologie an der Universität Salzburg geht nun daran, dieses Online-Therapiekonzept für Österreich aufzubereiten.

    Das Prinzip orientiert sich an der Verhaltenstherapie. "Die Intervention erstreckt sich über einen Zeitraum von sieben Wochen. Wöchentlich gibt es eine Telegruppe als Webinar, in der Gruppen von fünf bis sechs Personen arbeiten. Zwischen diesen Telegruppen haben die Teilnehmer Zugang zu einem wöchentlichen Onlinemodul, in welchem sie selbstständig Inhalte bearbeiten können, die wir dann in der Gruppe besprechen", erklärt Susanne Rockinger von der Universität Salzburg.

    Kostenloses Angebot

    Über die Plattform "I Fight Depression" können sich Menschen mit leichten bis mittleren depressiven Symptomen kostenlos an dem Training beteiligen. Das Programm wird von der Europäischen Allianz gegen Depressionen, der Stiftung Deutsche Depressionshilfe und dem Deutschen Bündnis gegen Depressionen unterstützt und finanziert.

    Das primäre Ziel sei "die Reduktion von depressiven Symptomen bei unseren Teilnehmern", sagt Rockinger. Die Trainings können aber auch als präventive Maßnahme oder als Nachbetreuung nach Klinikaufenthalten eingesetzt werden.

    Darüber hinaus ist das Angebot auch ein Forschungsprojekt, mit dem die Wirksamkeit moderner psychologischer Trainings evaluiert werden soll. Ein erstes Zwischenergebnis der Studie wird voraussichtlich Anfang Juli präsentiert.

    Niederschwelliges Angebot

    Mittelfristig soll sich so in Österreich ein Angebot für Menschen entwickeln, die aus Mobilitäts- oder Entfernungsgründen, aber auch wegen fehlender Therapieplätze kein herkömmliches Angebot in Anspruch nehmen können oder wollen. Zudem können durch die Niederschwelligkeit Personen erreicht werden, die sozial isoliert sind. (Thomas Neuhold, 28.3.2019)

    Hilfseinrichtungen für Personen, die sich in einer Krise befinden oder Suizidgedanken haben:

    kriseninterventionszentrum.at

    Für Menschen in Krisensituationen und deren Angehörige gibt es eine Reihe von Anlaufstellen. Unter www.suizid-praevention.gv.at findet man Notrufnummern und Erste Hilfe bei Suizidgedanken.

    Soforthilfe:

    Unter dieser Nummer erhalten Sie qualifizierte und rasche Hilfestellung rund um die Uhr:

    Psychiatrische Soforthilfe (0–24 Uhr): 01/313 30

    Kriseninterventionszentrum (Mo–Fr 10–17 Uhr): 01/406 95 95

    Rat und Hilfe bei Suizidgefahr: 0810/97 71 55

    Sozialpsychiatrischer Notdienst: 01/310 87 79

    Telefonseelsorge (0–24 Uhr, kostenlos): 142

    Rat auf Draht (0–24 Uhr, für Kinder & Jugendliche): 147

    Sorgentelefon für Kinder, Jugendliche und Erwachsene (Mo–Sa 14–18 Uhr, kostenlos): 0800/20 14 40

    Männernotruf Steiermark: 0800 246 247


    Informationen und Anmeldung zum Onlinetraining gegen Depressionen bei IFD Salzburg

    Zum Weiterlesen:

    Was Menschen glücklich macht

    Mit Sport gegen Antriebslosigkeit

    Sieben Prozent der EU-Bürger chronisch depressiv

    Mehr zu "Depression"

    • Aus der Depression wieder herauskommen: An der Uni Salzburg wird erforscht, ob Webinars im Internet dafür eine Möglichkeit sein könnten.
      foto: corn

      Aus der Depression wieder herauskommen: An der Uni Salzburg wird erforscht, ob Webinars im Internet dafür eine Möglichkeit sein könnten.

    Share if you care.