Dichand vs. Funke: Glaskinn der "Krone"

    Kommentar25. März 2019, 17:38
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    Wer Pressefreiheit sagt, sollte auch Medien- und Meinungsvielfalt meinen

    Die "Kronen Zeitung" macht wieder einmal das, was sie am besten kann: kampagnisieren. Wenn "Krone"-Chefredakteur und -Herausgeber Christoph Dichand ausrückt und sich in einem Schreiben als Hüter der Pressefreiheit im Kampf gegen die deutsche Funke-Gruppe und den Immobilienmilliardär René Benko stilisiert, ist das ähnlich glaubwürdig wie seine Beteuerung, nur seinen Leserinnen und Lesern verpflichtet zu sein. Gar nicht.

    Denn Dichand geht es in erster Linie um Dichand und nicht darum, Österreichs Medienlandschaft den Qualitätsstempel aufzudrücken. Das ist noch nicht unanständig, er soll aber nicht so tun, als wären nur hehre Motive im Spiel.

    Als unbändiger Kämpfer für Pressefreiheit hat sich der Chef jenes Mediums, das seit Jahren die meisten Rügen des Österreichischen Presserats ausfasst und regelmäßig Persönlichkeitsrechte mit Füßen tritt, noch nicht gezeigt. Außer es geht um die eigenen Interessen. Da soll die Öffentlichkeit im eskalierenden Konflikt mit den Hälfteeigentümern instrumentalisiert werden. Abwehrkampf!

    Für die "Kronen Zeitung" ist es natürlich praktisch, dass sie als größte Tageszeitung Österreichs Schützenhilfe von der Nummer zwei des Landes bekommt. Eva Dichand springt ihrem Mann Christoph mit ihrer Gratiszeitung "Heute" publizistisch zur Seite. Doppelt hält besser. Wer aber Pressefreiheit sagt, sollte auch Medien- und Meinungsvielfalt meinen. (Oliver Mark, 25.3.2019)

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